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Unsere PiA-Politik-Seite: vpp-pia.de

Die Psychotherapeutenausbildung

Als Verband der Psychologischen PsychotherapeutInnen setzen wir uns auch ganz besonders für die Förderung des Nachwuchses ein. Eine kurze Übersicht über die Arbeit des VPP für die Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) finden Sie hier: (folgt)

PiA-Politik heißt für uns...

1. Fundierte Informationen vor, während und nach der Ausbildung

Wie werde ich Psychotherapeut?
Die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeut (PP) oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (KJP) ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Der Beruf des Psychotherapeuten ist sehr beliebt. Trotz der langen Dauer und den hohen Kosten absolvieren jährlich über 2.000 Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) die Approbationsprüfung. Die Anzahl der in Deutschland tätigen Psychotherapeuten stieg in den letzten Jahren um 20% auf über 35.000.
Den Weg vom Studium bis zum Kassensitz wollen wir Ihnen hier skizzieren:

Welche Voraussetzungen müssen für die Psychotherapeutenausbildung erfüllt werden?
Das Psychotherapeutengesetz (PsychThG) legt fest, welche Voraussetzungen für die Ausbildung zum Psychotherapeuten erfüllt werden müssen. Zunächst benötigt man einen universitären Studienabschluss mi t dem Fach Klinische Psychologie als Schwerpunkt. Das bedeutet heute meistens, dass man einen Master in Klinischer Psychologie absolviert hat. In der Regel ist es nicht möglich, Abschlüsse von Fachhochschulen, Fernuniversitäten oder anderen Masterabschlüssen mit „Zusatzleistungen Klinische Psychologie“ anerkennen zu lassen. Die konkreten Bedingungen sollten Sie jedoch am besten mit Ihrem Ausbildungsinstitut besprechen.
Für die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut sind auch die Studiengänge Pädagogik und Sozialpädagogik zugelassen. Einige Bundesländer akzeptieren hier auch einen Bachelor-Abschluss als Zugangsvoraussetzung.
Abschlüsse aus dem Ausland müssen vor Ausbildungsbeginn geprüft werden. Die Prüfung auf „Gleichwertigkeit“ wird von der Zentralstelle für Ausländisches Bildungswesen (ZAB) in Bonn übernommen. Sie können sich aber auch an das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) oder den BDP wenden (Kosten: 250 €, Kontakt über Herrn Lang: 030 - 209 166 630).
Einführende Informationen gibt es auch auf der Anabin-Homepage: anabin.kmk.org. Hier kann eine erste Einschätzung in Abhängigkeit vom Land und der Studiendauer vorgenommen werden.
Weiterführende Informationen: www.gesetze-im-internet.de

Wie finde ich das passende Ausbildungsinstitut?
Am Anfang steht die Wahl eines psychotherapeutischen Verfahrens. In Deutschland sind drei Verfahren kassenzugelassen: die Verhaltenstherapie (VT), die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) und die Psychoanalyse (PA). Die psychoanalytische Ausbildung kann oft als Ergänzung zur TP absolviert werden.
Die Auswahl des passenden Ausbildungsinstituts ist Geschmackssache: Es gibt kleine und eher alternativ arbeitende Institute, große und universitätsnahe, verfahrensübergreifende Institute oder Ausbildungsinstitute, die an Hochschulen angegliedert sind und spezielle Rabatte für die Absolventen dieser Hochschule anbieten. Nutzen Sie die Informationsveranstaltungen und vergleichen Sie die Angebote im Internet. Eine Übersicht der staatlichen anerkannten Ausbildungsinstitute finden Sie auf der Homepage der Bundespsychotherapeutenkammer: www.bptk.de
Die Bewerbung bei den verschiedenen Ausbildungsinstituten sieht oft sehr ähnlich aus: Neben Zeugnissen und Ausbildungsnachweisen wird in der Regel eine „Biographische Reflexion“ gefordert, in der Sie darlegen sollen, wie es zu Ihrem Wunsch kam, Psychotherapeut(in) zu werden. Darüber hinaus gibt es ein oder mehrere Bewerbungsgespräche. Die genauen Bewerbungsbedingungen erfahren Sie beim jeweiligen Ausbildungsinstitut.
Die Ausbildung muss (fast) immer privat finanziert werden. Eine Kostenübersicht finden Sie auf der PiA-Seite des VPP. Grundsätzlich gilt: Die analytischen Ausbildungen dauern länger als die VT-Ausbildungen und sind deshalb auch teurer.

Wie sieht die Ausbildung aus?
Wenn Sie ein passendes Ausbildungsinstitut gefunden und die Bewerbung erfolgreich gemeistert haben, warten verschiedene Ausbildungsanteile auf Sie. Diese sind im Psychotherapeuten-Approbationsgesetz (PsychTh-APrV) festgelegt und umfassen mindestens 4.200 Stunden. Die Ausbildung kann Vollzeit (3 bzw. 5 Jahre) oder berufsbegleitend (5 bzw. 7 Jahre) absolviert werden. Hier finden Sie einen exemplarischen Aufbau:

Aufbau

Die Theoretische Ausbildung umfasst mindestens 600 Stunden und soll Kenntnisse in der Entstehung, Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen vermitteln. Sie ist verfahrensabhängig (also verhaltenstherapeutisch, tiefenpsychologisch oder analytisch ausgelegt).
Die Praktische Tätigkeit 1 (1.200 Stunden) und 2 (600 Stunden) absolvieren Sie in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Einrichtung. Eine Liste mit kooperierenden Kliniken und Praxen erhalten Sie bei Ihrem Ausbildungsinstitut. Ein Wechsel der Einrichtung ist nach jeweils drei Monaten möglich. In dieser Zeit müssen die Ausbildungsteilnehmer an der Behandlung von mindestens 30 Patienten und vier Angehörigenkontakten beteiligt werden.
Parallel zur Ausbildung nehmen Sie an mindestens 120 Stunden verfahrensspezifischer Selbsterfahrung im Gruppen- und/ oder Einzelsetting teil. Insbesondere in den analytischen Ausbildungsbereichen kann die Stundenzahl dieser Ausbildungsanteile stark erhöht werden. Die genaue Dauer erfahren Sie bei dem Ausbildungsinstitut Ihrer Wahl.
Nach einer Zwischenprüfung leisten die Ausbildungsteilnehmer in der Praktischen Ausbildung (auch „Ambulanz“ genannt) mindestens 600 Stunden ambulante Psychotherapie unter engmaschiger Supervision.
Von den insgesamt 150 Stunden Supervision müssen 50 Stunden in Einzelsupervision nachgewiesen werden. Die Stunden sind bei mindestens drei verschiedenen Supervisoren abzuleisten.
Darüber hinaus werden Ihnen Zeiten für das Literaturstudium, Gruppenarbeiten, Prüfungsvorbereitungen u.ä. als „freie Spitze“ angerechnet (ca. 900 Stunden). Die Ausführlichkeit der Dokumentationspflicht hängt vom Ausbildungsinstitut ab.
Nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Ausbildung steht die Approbationsprüfung. Sie umfasst einen schriftlichen und mündlichen Teil und wird bei der zuständigen Behörde des Landes abgelegt. Zur Vorbereitung auf die Prüfung bieten einige Ausbildungsinstitute ein so genanntes Repetitorium an. Darüber hinaus können Sie alte Prüfungsfragen nutzen, die in einschlägiger Literatur zusammengestellt sind.
Nach der Approbationserteilung haben Sie das Recht, sich Psychotherapeut zu nennen (dieser Begriff ist in Deutschland geschützt!) und privat zu zahlende Psychotherapie anzubieten. Die Entlohnung durch das Krankenkassensystem wird erst mit dem Erwerb eines Kassensitzes möglich.

Und wie bekomme ich diesen Kassensitz?
Nach der erfolgreich bestandenen Approbationsprüfung beantragen Sie kostenpflichtig den Eintrag ins Arztregister bei Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV).
Es empfiehlt sich, sich danach auf die offizielle Warteliste setzen zu lassen. Dieser Antrag erfolgt formlos per eMail oder auf dem Postweg. Er bezeugt Ihr offizielles und nachdrückliches Interesse an einem Kassensitz.
Danach können Sie einen schriftlichen Antrag beim Zulassungsausschuss stellen.
Erst jetzt können Sie sich um einen Kassensitz bewerben: Die KV schreibt Kassensitze aus, deren Inhaber der Weitergabe zugestimmt haben (in der Regel wegen des bevorstehenden Ruhestands). Eine Übersicht der aktuell ausgeschriebenen Kassensitze erhalten Sie online auf den Seiten der KV. Bei der Bewertung der einzelnen Bewerber werden verschiedene Kriterien berücksichtigt, unter anderem das Approbationsalter („Wartezeit“), einschlägige Berufserfahrung und relevante Weiterbildungen, aber auch das Alter der Bewerber oder die besondere Berücksichtigung bei vorheriger Anstellung in der neu zu besetzenden Praxis. Die Anzahl der Bewerber schwankt stark je nach Bundesland zwischen einigen wenigen bis zu fast 100 je Kassensitz in beliebten Ballungszentren.
Nachdem Sie einen Kassensitz erworben haben, müssen Sie noch einen Antrag auf genehmigungspflichtige Leistungen stellen. Nach Erteilung der schriftlichen Genehmigung können Sie die reguläre Arbeit beginnen.

Welche Zusatzqualifikationen kann ich erwerben?
Abrechnungsfähige Zusatzleistungen, für die Sie Weiterbildungsnachweise benötigen, sind zum Beispiel die Anwendung von Entspannungsverfahren (Autogenes Training oder PMR nach Jacobson), Hypnose, Durchführung von Gruppentherapien oder die KJP-Ausbildung.

Und was kann ich tun, solange ich keinen Kassensitz habe?
Zur Überbrückung der Wartezeit arbeiten viele Psychotherapeuten im so genannten Kostenerstattungsverfahren. Voraussetzung hierfür ist auch die Approbation. Weitere Informationen finden Sie hier: www.vpp.org/meldungen/freie/arbeitsfelder/kostenerstattung.html.

Der VPP wünscht Ihnen viel Erfolg auf Ihrem beruflichen Weg und steht Ihnen für Rückfragen gern zur Verfügung!

2. Transparenz und PiA-Empowerment

Wir unterhalten die Internetseite www.pt-ausbildungscheck.de. Hier können PiA Ausbildungsinstitute
und Kliniken, die die Praktische Tätigkeit anbieten, bewerten. Damit unterstützen wir PiA dabei, mögliche Missstände, auf die sie während der Ausbildung an ihren Instituten oder ausbildenden Kliniken treffen, untereinander zu kommunizieren und somit Druck auf die Ausbildungsanbieter auszuüben.

3. Anstoßen des Reformprozesses und Bündelung der politischen Kräfte

Das PsychThG hat in Hinblick auf die Ausbildung zum Psychotherapeuten/ zur Psychotherapeutin klare Gesetzeslücken. Daher fordern wir gemeinsam mit vielen Verbänden eine Reform der Ausbildung, die Bezahlung der praktischen Tätigkeit, sowie eine Festlegung des Zugangs zur Ausbildung auf das Masterniveau.

Wir bemühen uns mit der gemeinsamen Organisation des verbändeübergreifenden Treffen der PiA-Politik darum, die Kräfte aller berufspolitisch Aktiven zu bündeln und möglichst viele politische Aktionen zur Umsetzung zu bringen. Somit hoffen wir, eine schrittweise Verbesserung der Ausbildungsbedingungen zu erreichen.

4. Ausbildungskonzept

Wir erarbeiten ein Ausbildungskonzept.

5. Aktivismus

Wir unterstützen die PiA-Aktivistinnen und Aktivisten bei ihren Aktionen. Eine Dokumentation der Aktionen seit 2011 ist im Wiki zu finden. Wer mitmachen möchte oder Fragen und Anregungen hat, kann sich bei unseren PiA-Sprechern unter pia@vpp.org melden. Außerdem gibt es bundesweite und regionale PiA-Netzwerke. Aktuelle Nachrichten zu den Aktionen finden Sie unter pia-im-streik.de.

6. Demokratisierung der Ausbildung

Wir unterstützen die PiA dabei, ihre Mitbestimmungsmöglichkeiten in den Landespsychotherapeutenkammern und an den Ausbildungsinstituten zu verbessern.

 

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