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Aktuelles zur Praxisgebühr

Bei Abschluss des Bundesmantelvertrages am 11.11.03 zwischen KBV und Krankenkassen haben beide Vertragspartner die Entscheidung des Bundesschiedsamtes vom 8.12.03 zur Praxisgebühr verfestigt, indem sie in einer Protokollnotiz die laut Schiedsamt fällige 30iger Regelung einführen wollen, jeweils 10 Euro für ZahnärtzInnen, ÄrztInnen und PsychotherapeutInnen ( ÄP u. PP) , siehe auch unter vpp.org: Aktuelles:Bundesmantelvertrag).

Da - laut Ausage der KBV- eine Gleichbehandlung von nichtärztlichen und ärztlichen PsychotherapeutInnen technisch im Detail zur Zeit noch nicht umzusetzen war, kam es zu einer Übergangsregelung (s. unten) damit Krankenkassen und KBV für diese Einzelfragen noch Lösungen finden können. Hierzu wird sicher auch der Beratende Fachausschuss der KBV hinzugezogen werden, wo für den VPP im BDP Frau Gersch und Frau Schäfer vertreten sind.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Konsil: Nach Aussage der KBV ist zwischen KBV und Krankenkassen abgesprochen, (obwohl es nicht im Bundesmantelvertrag steht), dass das gesetzlich vorgeschriebene Konsil in den probatorischen Sitzungen von einer zusätzlichen Gebühr nicht betroffen ist, sondern weiterhin über das speziell dafür eingerichtete und bekannte Formular über den Arzt abgerechnet werden wird.

Praxisgebühr 1.1.04 bis 31.03.04: hier gelten Übergangsregelungen: D.h. die Praxisgebühr wird bei Erstinanspruchnahme des PP und KJP nur einmal erhoben und die von Psychotherapeuten ausgestellte Quittung (Muster wird den BehandlerInnen von den einzelnen KVen zugesandt) wird vom kurativen Arzt entwertet. Als Fachterminus heißt dies "20iger Regelung", weil hier für Zahnärzte und alle anderen Arztgruppen (Psychotherapeuten und Ärzte) jeweils 10 Euro erhoben werden.

Praxisgebühr ab 1.4.04: PatientInnen müssen jedes Quartal bei Inanspruchnahme von PsychotherapeutInnen (ÄP, PP) auch bei genehmigten Langzeit-Psychotherapien die Praxisgebühr - auch bei vorliegender Überweisung durch einen kurativen Arzt - bezahlen ("30iger Regelgung", s.o.).

Wir meinen, diese "30iger Regelung", bei der zwischen Zahnärzten, Ärzten und Psychotherapeuten bei der Praxisgebühr unterschieden wird, muss noch juristisch überprüft werden. Es gibt nur zwei KBVen, die für Ärzte und für Zahnärzte. Wir Psychotherapeuten (PP, ÄP) haben zwar einen eigenen Fachauschuss in den KVen gehören aber abrechungsmäßig zu den Fachärzten. Besonders kompliziert ist diese Situation für die Ärzte, die kurativ und psychotherapeutisch tätig sind. Sie müssten evtl. beim gleichen Pat. 20 Euro pro Quartal einkassieren, wenn sie zuerst mit ihm kurativ arbeiten und dann psychotherapeutisch.

Daneben bedeutet diese Entscheidung des Schiedsamtes auch insgesamt eine Schlechterstellung der Versorgung von psychisch kranken Menschen. Wie Untersuchungen belegen, nimmt der psychisch kranke Mensch oft erst nach 5-6 Jahren - häufig chronifiziert - über viele Umwege eine psychotherapeutische Behandlung auf. Wenn der Erstzugang durch die weitere Bezahlung von 10 Euro erschwert ist, werden viele PatientInnen den Weg zur Psychotherapie vermeiden.

Der VPP im BDP strebt deshalb die Beibehaltung der "20iger Lösung" an, die im ersten Quartal 2004 praktiziert wird.

Wir sind dabei grundsätzlich der Ansicht, dass das Bundesschiedsamt über die besondere Stellung der neuen Berufsgruppe der Psychologischen PsychotherapeutInnen( PP) und Kinder und JugendlichenpsychotherapeutInnen (KJP) sowie das im Psychotherapeutengesetz festgelegte Erstzugangsrecht und die noch nicht vollzogene Integration in die Strukturen der KVen bei seiner Endscheidungsfindung nicht ausreichend informiert war.

Helga Schäfer

12.12.2003

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