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Keine Entwarnung in Sachen 30er-Regelung bei der Praxisgebühr

Totale Verwirrung von Psychotherapiepatienten durch die Kassen

Während hinter verschlossenen Türen zwischen KBV und Krankenkassen weiter über die Umsetzung der Gesundheitsreform verhandelt wird, werden die Bürger einem üblen Verwirrspiel ausgesetzt. Auf die Frage von Psychotherapiepatienten bei ihren Kassen, wie in Sachen Praxisgebühr ab dem 1. April verfahren werde, sind die Antworten so verschieden, als ginge es um eine unternehmerische Entscheidung, die jede Kasse allein fällen könne. Sie reichen von der Behauptung, es gebe überhaupt keine Verhandlungen mehr, bis zu verschiedensten Terminangaben für das voraussichtliche Ende der Gespräche.
Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen sieht die zusätzliche Praxisgebühr für Psychotherapeuten - auch als 30er Regelung bezeichnet - als bereits bestätigt an. Gleiches gilt für die KKH, die Seekasse, die AOK Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen.
Ganz anders beurteilen das die Techniker Krankenkasse und die AOK-Bundesvereinigung. Dort erfahren Patienten, es bleibe über das erste Quartal hinaus bei der 20er Regelung, d.h. es muss keine zusätzliche Praxisgebühr bei Psychotherapeuten entrichtet werden.
Mehrere Kassen raten ihren Patienten, sich schon mal auf die 30er Regelung einzustellen, auch wenn noch Verhandlungen laufen - so die Barmer, AOK Rheinland und Bayern, die DAK und die Gmündener Ersatzkasse.
Als unklar bis zu einer Regelung nach Abschluss der Gespräche beurteilen IKK. VdAK, AOK Berlin und Niedersachsen sowie AOK Sachsen die Lage bei der Praxisgebühr für Psychotherapiepatienten.

Damit hält Mehrheit eine zusätzliche Belastung und Diskriminierung von Menschen, die einer Psychotherapie bedürfen, offenbar für unausweichlich. Spätestens an dieser Stelle wird klar, dass das Verwirrspiel nur der Prolog für das noch bevorstehende eigentliche Drama ist. Die Auskunftsstellen der Kassen täuschen damit bewusst oder aus Unkenntnis die Patienten. Denn natürlich sind noch Verhandlungen im Gange und das letzte Wort über die Praxisgebühr beim Psychotherapeuten nicht gefallen.

Besorgt fragt sich der Verband Psychologischer Psychotherapeuten (VPP) im BDP, warum die Verhandlungspartner ausgerechnet diesen Punkt bis zum letzten Tag vor sich herschieben. Die VPP-Vorsitzende Dr. Helga Schäfer fürchtet, dass erneut - so wie bereits im Dezember - die Entscheidung über diesen Punkt als Verhandlungsmasse offen gehalten wird. Die wiederholt geäußerte Position der KBV, man wolle sich für die Beibehaltung der 20er Regelung über das erste Quartal hinaus einsetzen, und die Auskunft der AOK-Bundesvereinigung und der TK seien erfreulich, reichten aber zur Entwarnung nicht aus.


Christa Schaffmann, Pressesprecherin

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