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EBM 2000 - Der lange Weg zur (Un-)Vernunft?

Da hatte mal einer eine kluge Idee, ärztliches Einkommen - im Sozialrecht heißt das dann auch immer psychotherapeutisches - miteinander vergleichbar, kalkulierbar zu machen und damit auch die vielbeschworene und immer wieder verfehlte Mengensteuerung ärztlicher Leistungen erreichen zu können.

Grundidee: jede Arztminute ist im Ertrag gleich viel wert (augenblicklich ist man bei ca. 79 Cent) und dazu wird der für jede Leistung notwendige organisatorische (z.B. Personal) wie ausstattungsmäßige Aufwand berechnet, meist wurde allerdings eher verhandelt. Und eben diese Verhandlungen haben die Einführung des EBM 2000 plus (weil er eben nicht 2000 "abgesegnet") wurde bis heute verzögert.

Es wurde eine zweite Verzögerungsstufe gezündet: die Verknüpfung des EBM mit der Mengensteuerung. Wenn schon zeitgetaktete Leistungsbewertung, dann kann man darüber natürlich auch festlegen, wie viele Minuten der Arzt über diese Leistungen zum vollen "Arztlohn" abrechnen kann. Das sind bei 51 Wochenarbeitsstunden 30.600 Minuten pro Quartal. Das entspricht einem Ertrag vor Steuern von ca. 24.000 Euro, selbstverständlich die Praxiskosten abgezogen. Für PsychotherapeutInnen würde dieses nach Abzug der Kosten für die Praxis ca. 69 Euro pro Therapiestunde Ertrag bedeuten. Setzt man die 40,2 % Kosten des alten EBM an, würde man bei einem Stundensatz von 96,6 Euro landen - von uns allen sicherlich begrüßt.

Aber: selbstverständlich sind wir augenblicklich nicht mit 40,2 % eingestellt, sondern mit 28.000 Euro. Das BSG hat dieses ausdrücklich als zu niedrig angesehen: es muss - diesmal wohl mit Aussicht auf Erfolg - nachverhandelt werden.

Aber zweitens bedeutet das, was für PsychotherapeutInnen viel ist, für viele ärztliche Großpraxen das finanzielle Aus: Anpassungen scheinen zunächst für alle unzumutbar und so sind die entsprechenden Facharztgruppen gegen diesen EBM zu Felde gezogen, v. a. gegen die Möglichkeit über die Zeittaktung zu einer Mengensteuerung zu kommen.

Die Auseinandersetzung darüber ist im vollen Gange. Wir dürfen gespannt sein, wer siegen wird - die Vernunft der Zeittaktung oder die Unvernunft, immer weiter einzelnen die Möglichkeit zu eröffnen, zu Großverdienern zu werden - und das auf Kosten anderer, PatientInnen wie anderen Leistungserbringern.

Man darf weiter gespannt sein, wie lange das Bundesgesundheitsministerium diesem Kampf in der ärztlichen Selbstverwaltung weiter zuschauen wird. Die ärztlichen Kollegen scheinen sich gerade lustvoll selbst zu demontieren. Leider können wir das nicht genau so lustvoll genießen. Der EBM 2000 plus sollte eingeführt werden, besser heute als morgen - mit der angemessenen Kostenberücksichtigung psychotherapeutischer Praxen.

Neueste Beschlusslage: der EBM kommt zum 01.01.2005. Über die Höhe der Kosten einer psychotherapeutischen Praxis wird indes weiter verhandelt - wie auch darüber, wie die neuen Gesprächsleistungen im Kapitel 23 der PPs und KJPs mengenbegrenzt werden können, wie auch, auf was sich Regelleistungsvolumina der PPs und KJPs beziehen - genehmigte Leistungen inbegriffen - ja oder nein. Unter www.kbv.de können sie die aktuelle Fassung des EBM 2000Plus vom 13. 05. 04 als PDF-Datei herunterladen.

Es wird weiter berichtet werden.

Uschi Gersch

28.5.2004

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