Startseite
TwitterTwitter

Kontakt

Mitgliederservice

VPP-Mitglied werden

Honorarwiderspruch

Telematik

VPP Newsletter

Fortbildungen

Praxisbörse für Mitglieder

Jobbörsen

Login für den Mitgliederbereich:

Mitgliedsnummer:

Passwort:
(Geburtsdatum TT.MM.JJJJ)

Brief des GK II an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages

7.7.2004

Als derzeit geschäftsführender Verband des Gesprächskreises II, in dem die maßgeblichen Verbände Ärztlicher und Psychologischer Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zusammengeschlossen sind, beziehen wir uns auf den Beitrag von Ass. jur. Martin Riemer im "Psychotherapeut" 3/2004, Seite 227 ff.: "Psychotherapie-Patienten ohne Versicherungsschutz".

Nach unserer Einschätzung, die auf den jahrelangen Erfahrungen unser Mitglieder mit Patientenschick-salen beruht, haben ehemalige Psychotherapie-Patienten heutzutage in der Tat kaum eine Chance, sich gegen existenzielle Risiken durch private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und Risiko-Lebensversicherung abzusichern, und wenn doch, dann nur unter Inkaufnahme unverhältnismäßig hoher Nachteile, z. B. umfangreicher Risikoausschlüsse und / oder massiver Zuschläge zu den Prämien. Dies deshalb, weil Gesetz und Rechtsprechung den Versicherungsunternehmen eine uneingeschränkte Bewertungs- und Handlungsfreiheit einräumen, die mit betriebswirtschaftlichen Erwägungen begründet werden. Tatsächlich ist es jedoch statistisch, durch epidemiologische Studien, nicht belegt, dass frühere Psychotherapie-Patienten, die nach Behandlungsabschluss mehrere Jahre lang beschwerdefrei gelebt haben, ein im Vergleich zur Gesamtpopulation signifikant erhöhtes Gesundheitsrisiko aufweisen. Ihr Ausschluss von den Policen ist also sachlich nicht gerechtfertigt.

Wir schließen uns deshalb vollen Umfangs der im Betreff genannten Petition, mit der eine Änderung des § 16 VGG gefordert wird, an. Wir halten die angeregte zeitliche Beschränkung der Auskunftspflicht ehemaliger Psychotherapie-Patienten gegenüber den Versicherungsunternehmen und die Begrenzung der Speicherung bzw. Bearbeitung personenbezogener Daten über abgelehnte Versicherungsanträge nicht nur für sachgerecht, sondern für unbedingt erforderlich, um den betroffenen Patien-ten wenigstens eine faire Chance auf Integration in das private Versicherungssystem zu belassen und ihnen gravierende Armutsrisiken zu ersparen.

Mit freundlichen Grüßen
Heinrich Bertram
Stellvertretender Bundesvorsitzender des VPP im BDP

Verbände Gesprächskreis II :

19.7.2004

IMPRESSUM | DATENSCHUTZ