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Zur psychotherapeutischen Beteiligung an den Protesten der Ärztinnen und Ärzte

Anlässlich des bundesweiten Protesttages der Ärzte (18. Januar) ist zu entscheiden, ob sich die Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten an den noch den gesamten Januar über laufenden Protesten der Ärztinnen und Ärzte beteiligen sollten. Wesentlich dabei ist, inwieweit grundsätzliche Anliegen der Psychologischen Psychotherapeuten (PT) bei den zahlreichen Ärzte- Protestveranstaltungen ebenfalls zum Thema gemacht werden können oder nicht. Die veranstaltenden Verbände der Ärzte und Ärztinnen sind in keiner Weise auf uns zugekommen. Das ist bedauerlich, weil es die Integration der PT nicht gerade fördert.

Die PsychotherapeutInnen sind wie die Ärzte Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigungen. Dort sollten ihre Interessen in gleicher Weise vertreten werden wie die der ÄrztInnen. Stattdessen suggerierten unlängst wahrheitswidrige Darstellungen aus einzelnen KVen, die Psychotherapeuten seien die „Gewinner“ des neuen EBM und hätten ihr Einkommen auf Kosten der Fachärzte erhöhen können. Richtig ist vielmehr, dass Honorarsteigerungen allein auf die Umsetzung des BSG-Urteils in den Honorarverteilungsverträgen zurückzuführen sind. Dieses besagt, dass es dem Psychotherapeuten oder der Psychotherapeutin bei maximaler Praxisauslastung möglich sein muss, mindestens soviel Einkommen zu erzielen wie eine durchschnittliche (Fach-)Arztpraxis. Hierin besteht bereits eine Benachteiligung, die mit dazu beiträgt, dass Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten nach wie vor ein durchschnittlich erheblich geringeres Einkommen als Ärztinnen und Ärzte haben.

Deutlich gemacht werden muss Folgendes: Psychotherapeuten und Ärzten geht es in diesen Zeiten nicht um unrealistische Einkommenssteigerungen. Doch es kann niemand erwarten, dass sie - zum Teil erhebliche - Einkommensverluste, für die sie nicht verantwortlich sind, stillschweigend hinnehmen! Jahr für Jahr wurde in der jüngsten Vergangenheit mehr an der Versorgung gespart. Die Kluft zwischen dem realen Bedarf der Patienten an psychotherapeutischer und ärztlicher Behandlung und den finanziellen Mitteln zur Deckung dieses Bedarfs wurde immer größer. Diesen Prozess zu stoppen, sollte vorrangiges gemeinsames Ziel von psychotherapeutischen und ärztlichen Berufsverbänden sein!

Grundsätzlich denke ich, dass wir dies nur zusammen mit den Ärztinnen und Ärzten schaffen können, auf keinen Fall gegeneinander. Andererseits bedeuten Praxisschließungen bei Psychotherapeuten etwas anderes als bei Ärztinnen und Ärzten: Wenn dadurch langfristige Behandlungen unterbrochen werden müssen, könnte der Protest auf Kosten der Patientinnen und Patienten gehen. Dies ist sicher nicht vertretbar.

Eine etwaige Beteiligung an den ÄrztInnenprotesten ist regional zu entscheiden. Jedoch sollte die momentane öffentliche Aufmerksamkeit genutzt werden, um auch unsere Interessen und die unserer Patientinnen und Patienten mit Nachdruck deutlich zu machen.

Eva Schweitzer-Köhn
Stellv. Bundesvorsitzende des VPP im BDP

17.1.2006

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