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Weidhaas "usurpiert" Wissenschaftsbegriff

Zum "Kommentar zu den Änderung der Psychotherapierichtlinien" von Hans-Jochen Weidhaas auf der Homepage der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung

In diesem Kommentar setzt sich Weidhaas, Vorsitzender des Unterausschuss Psychotherapie des G-BA, mit der Kritik innerhalb der Profession an den durch den G-BA geplanten Veränderungen der PT-Richtlinien auseinander, die er als populistisch und unwissenschaftlich abqualifiziert und für sich selbst die alleinige Wissenschaftlichkeit beansprucht. Hier handelt es sich doch genau um die Usurpation des Wissenschaftsbegriffes und die Inanspruchnahme seiner administrativen Durchsetzung, von der Prof. Morus Markard beim Bonner Symposium "Das Unbehagen in der (Psychotherapie-)Kultur" sprach. Der "Bonner Erklärung", die mit großer Mehrheit bei einer Neinstimme und einer Enthaltung beim o.g. Symposium verabschiedet wurde, die wissenschaftliche Fundierung abzusprechen ist schon abenteuerlich. Beim Symposium waren zahlreiche WissenschaftlerInnen vertreten, u.a. auch Prof. Kriz, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat. Die "Bonner Erklärung" wird neben zahlreichen KollegInnen auch von namhaften ProfessorInnen unterstützt. Über diese setzt sich Weidhaas ebenso hinweg wie über die Stellungnahme von Prof. Sven Olaf Hoffmann und Prof. Jürgen Margraf, die als Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats klarstellten, dass aus den Begründungen des WBP die Empfehlung der Zulassung eines bestimmten Verfahrens nur für umschriebene Indikationsfelder nicht belegt sei! "Das Gegenteil ist der Fall: Aufgrund der erwiesenen Wirksamkeit in einer Reihe von Feldern wurde ja gerade auf eine ausreichend gesicherte Generalität der Wirkung geschlossen und deshalb im einen positiv geprüften Fall die Zulassung zur allgemeinen Ausbildung empfohlen." Im weiteren gehen die Autoren der Stellungnahme auf das "Prozess-Wirkungs-Modell" von Howard und Orlinsky ein, aus dem "mittlerweile zum Referenzwerk überhaupt gewordenen "Handbook of Psychotherapy and Behaviorchange" von Bergin & Garfield. Eine ausschließlich Störungsspezifische Therapieindikation ist hieraus nicht abzuleiten."

"Wir werden die Fragen beantworten müssen, ob durch ambulante Psychotherapie Medikamente eingespart, Arztbesuche verringert, stationäre Behandlungen vermieden und Arbeitsunfähigkeitstage abgebaut werden." so Weidhaas weiter. Das stimmt, das müssen wir! Aber wie er später selbst schreibt: die Fragen sind längst beantwortet: "Zwar ist dies in wissenschaftlichen Studien längst belegt, aber dies reicht nicht, es muss auch entsprechend "transportiert" werden." Ja! Das sollten wir alle gemeinsam tun statt die Energie darauf zu lenken, andere Verfahren als das eigene als unwissenschaftlich abzuwerten und zu deren Ausgrenzung beizutragen!

Eva Schweitzer-Köhn
stellv. Vorsitzende des VPP im BDP

3.4.2006

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