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Drei Jahre FeTZ an der Charité: Zusammenarbeit mit dem VPP

Psychosenfrüherkennung erschwert durch wenig spezifische Symptome
VPP unterstreicht die Wichtigkeit von Psychotherapie

Unter der Überschrift „FeTZ – Was bringt es den niedergelassenen Psychiatern und Psychotherapeuten?“ hatte das Früherkennungs- und Therapiezentrum (FeTZ) für beginnende Psychosen Berlin – Brandenburg zur Information und Diskussion an die Charité Berlin eingeladen. Seit mehr als drei Jahren bietet das FeTZ psychopathologische Abklärung, somatische Diagnostik und ggfs. medikamentöse Einstellung für Patienten im schizophrenen Prodromalstadium an.

Zum Thema psychotherapeutische Versorgung von Patienten mit einer beginnenden Psychose kooperiert das FeTZ seit Beginn mit dem VPP. Andreas Koch, VPP, erläuterte im Rahmen der Veranstaltung, dass in der ambulanten Praxis Ersterkrankungen relativ selten vorkämen, Psychotherapeuten vielmehr überwiegend mit Patienten nach psychotischen Schüben zu tun hätten. Er machte deutlich, dass niedergelassene Psychotherapeuten diese Patienten - z.B. nach Zuweisung durch das FeTZ - gern zu einem früheren Zeitpunkt behandeln würden, auch in der Hoffnung, dass ein frühzeitiges psychotherapeutisches Angebot effektiver ist als die oft langwierigen und komplizierten Therapieverläufe bei längerem Bestehen der Erkrankung. Vor dem Hintergrund, dass sich nicht jedes Prodromalstadium zwangsläufig zum Vollbild einer schizophrenen Erkrankung entwickle, sei Psychotherapie zudem eine vergleichsweise wenig stigmatisierende Frühintervention.

Zwei Punkte wurden in der Diskussion mit den Psychologinnen und Ärztinnen des FeTZ besonders deutlich: Zum einen ist das Zentrum in seiner Konzentration auf Prodromalstadien der Schizophrenie auf spezifische Überweisungen aus dem Bereich der niedergelassenen Psychiater und Psychotherapeuten angewiesen. Dies veranschaulichte Yehonala Gudlowski mit Hilfe der bisherigen Zahlen: Das Verhältnis von „echten“ Prodromalpatienten zu Patienten mit anderen psychischen Störungen (z.B. cannabisinduzierte Störungen, Borderline- oder Persönlichkeitsstörungen) betrage im Moment noch 1: 20. Deshalb war es den Mitarbeiterinnen ein Anliegen, genauer auf die präpsychotischen Symptome einzugehen, um eine Abgrenzung zu anderen Störungen zu erleichtern (telefonische Beratung unter 030/450 517 188 / 078).

Zum anderen bietet das FeTZ ein niedrigschwelliges Angebot für diese Zielgruppe: Patienten mit Frühsymptomen einer psychotischen Erkrankung können nötigenfalls zunächst ohne Überweisung und anonym in die Sprechstunden kommen, dort die Diagnostik und bei Bedarf auch therapeutische Angebote wie Psychoedukation, Soziotherapie, Konzentrations- wie auch Entspannungstraining in Anspruch nehmen. Psychotherapie wird ebenfalls angeboten, auf Wunsch wird der Kontakt zu einem niedergelassenen Psychotherapeuten hergestellt. Bei Bedarf erhalten die Angehörigen ebenfalls ausführliche Informationen zu den psychischen Veränderungen ihres Familienmitglieds und zum Umgang mit den befremdlichen Symptomen.

Dem Höhepunkt der ersten psychotischen Episode und damit dem ersten Behandlungskontakt geht in der Regel ein Zeitraum von ein bis zwei Jahren voraus, die sogenannte psychotische Vorphase, in der bereits das Vollbild der Psychose vorhanden ist, aber als solche noch nicht erkannt wird. In Dreiviertel aller Fälle ging der ersten Episode eine Prodromalphase von ca. 5 bis 6 Jahren voran, gerechnet vom Auftreten der ersten Störungsanzeichen an, die den wahren Erkrankungsbeginn markieren.
Vor diesem Hintergrund ist es ein Ziel der Früherkennung, Personen, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer schizophrenen Erkrankung aufweisen, noch vor dem Höhepunkt ihrer Erkrankung zu identifizieren und möglicherweise zu behandeln. Häufig allerdings beginnt die Behandlung von Patienten mit schizophrenen Erkrankungen erst dann, wenn die Krankheit bereits einen großen Teil ihres fortschreitenden Verlaufs hinter sich gebracht hat. Durch eine möglichst frühzeitige Behandlung kann der mittel- und längerfristige Krankheitsverlauf günstig beeinflusst werden.

Auffallen können in einem frühen Stadium einer psychotischen Erkrankung Symptome aus folgenden Bereichen:

Für den Verein Berliner Nervenärzte (VBN), Verein für Psychiatrie und seelische Gesundheit in Berlin e.V., machte Dr. Norbert Mönter im Namen der niedergelassenen Nervenärzte und Psychiater darauf aufmerksam, dass neben der großen Bedeutung des Konzeptes der Früherkennung eine Gefahr darin läge, aufgrund der wenig spezifischen Frühsymptome Behandlungen bei Menschen einzuleiten, die nicht präpsychotisch sind. Deshalb befürwortete er Einrichtungen wie das FeTZ, das eine umfangreiche Testdiagnostik leisten könnte, wie es oft in der Praxis nicht möglich sei. Parallel dazu setzen sich niedergelassene Psychiater und Psychotherapeuten zunehmend mit diesem Thema auseinander, z.B. im Rahmen eines Qualitätszirkels der KV Berlin bzw. einer Arbeitsgruppe des VPP mit dem FeTZ.

Karin Dlubis-Mertens
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

14.5.2006

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