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VPP-Forderungen an Gesundheits- und Vergütungsreform

In Bezug auf die Gesundheitsreform wie auch die Reform der Vergütung der Vertragsbehandler und Vertragsbehandlerinnen stellt der VPP folgende Forderungen:

  1. Die Psychotherapie als Regelleistung im Leistungskatalog der GKV muss erhalten bleiben.
    Es ist eine Zunahme psychischer Erkrankungen zu verzeichnen mit der Folge hoher gesellschaftlicher Kosten: AU-Tage, Frühverrentungen. Die Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlung ist erwiesen. PatientInnen haben ein Recht auf qualitätsgesicherte psychotherapeutische Behandlung.
  2. Auch bei den „Hausarztmodellen“ ist das Erstzugangsrecht zur Psychologischen Psychotherapeutin oder zum Psychologischen Psychotherapeuten zu gewährleisten.
    Psychische Erkrankungen werden häufig spät erkannt. Der Zugang zur Psychotherapie sollte niedrigschwellig sein.
  3. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sollten befugt sein, Patientinnen und Patienten bei Bedarf direkt in stationäre psychotherapeutische, psychosomatische oder psychiatrische Einrichtungen einzuweisen, um unnötige Kosten und Belastungen durch Mehrfachuntersuchungen zu vermeiden.
    Die Zusammenarbeit zwischen stationärem und ambulanten Bereich ist zu erleichtern und zu verbessern, Hürden sind abzubauen.
    Bei Bedarf sollte eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut die ambulante Behandlung in der stationären Einrichtung weiterführen können, um BehandlerInnenwechsel, Mehrfachuntersuchungen etc. zu vermeiden.
  4. Sinnvolle Vertragsgestaltungen für Psychotherapie außerhalb der Richtlinienpsychotherapie sind zu ermöglichen.
    Die Richtlinienpsychotherapie schränkt die Behandlungsmöglichkeiten für PsychotherapeutInnen in der GKV sehr ein. Für bestimmte PatientInnengruppen, z.B. chronisch psychisch Kranke sind Verträge der integrierten Versorgung oder für niederfrequente Langzeitbehandlung denkbar.
  5. Psychotherapeutische Leistungen sind in der GKV weiterhin als Einzelleistungen zu vergüten. Dabei ist die Zeitgebundenheit psychotherapeutischer Leistungen zu berücksichtigen.
    Die Morbidität ist im Bereich Psychotherapie kein adäquates Kriterium für die Voraussage des Behandlungsaufwands.
  6. Gesetzlich war bisher schon bestimmt worden, dass psychotherapeutische Leistung angemessen honoriert werden muss. Das muss nun auch auf die neue Gebührenordnung angewendet werden.
    Dabei ist die BSG-Rechtsprechung umzusetzen. Im jetzigen EBM 2000+ sind die Praxiskosten für psychotherapeutische Praxen noch zu gering angesetzt.
    Die von der Politik allgemein geforderte Transparenz der Leistungen und Abrechnungen muss auch für alle für die Vergütung relevanten Abrechnungsdaten innerhalb der KVen und der KBV gelten.
  7. Bei allen notwendigen Prüfungen von Leistungen und Abrechnungen ist der Schutz der Privatsphäre der Patientinnen und Patienten im Rahmen einer Psychotherapie besonders zu beachten.
  8. Die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sollte verbessert werden.
    KVen und die BPtK sind sich weitgehend einig, dass die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen unzureichend ist. Eine Möglichkeit wäre, bei der Bedarfsplanung eine Mindestquote von 20 Prozent der Zulassungen für PsychotherapeutInnen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, einzuführen.
  9. Es sollte im VÄndG klargestellt werden, dass die Praxisgebühr nur ein Mal anfällt, wenn ein Patient, eine Patientin in einem Quartal sowohl einen Arzt, eine Ärztin als auch einen Psychotherapeuten, eine Psychotherapeutin aufsucht.
  10. Auf die Möglichkeit von Teilzulassungen sollte verzichtet werden. Stattdessen sollten die Bedingungen für das Job-Sharing dahingehend verändert werden, dass für Job-Sharing-Partner die gleichen Bedingungen für die Mengenausweitung gelten wie für Einzelpraxen.
    Die mögliche Teilzulassung setzt voraus, dass der volle resp. halbe Versorgungsauftrag konkret und rechtssicher durch den Behandlungsumfang definiert werden könnte. Das widerspricht aber 1. der freien Berufsausübung und ist 2. bei den unterschiedlichen Angebotsstrukturen der Praxen kaum möglich.
  11. Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten sollten entsprechend ihrer tatsächlichen Anzahl in den KVen und der KBV vertreten sein.
    Die 10%-Quote sollte abgeschafft werden. Eine angemessene Repräsentanz der PsychotherapeutInnen in den Gremien der KVen und der KBV ist sicherzustellen.
  12. Die Hauptamtlichkeit für die Mitglieder des G-BA sollte nicht umgesetzt werden, insbesondere nicht in der Zusammensetzung für die Psychotherapie.
  13. Bei der PKV sollte die bisherige Ausgrenzung von Patienten, die in ihrer Lebenszeit eine Psychotherapie gemacht haben, nicht mehr zulässig sein.
    Zu Versichernde können das Risiko, psychisch zu erkranken, bei Versicherungsbeginn nicht unbedingt einschätzen. Die Gleichbehandlung mit somatischen Erkrankungen entspricht sowohl dem Wohl der Versicherten als auch dem Interesse des Staates nach Versicherungsschutz seiner Bürger.
  14. Die teilweise üblichen Leistungsbegrenzungen der Psychotherapie in der PKV auf z.B. 30 Sitzungen/Jahr sollten zugunsten der in der GKV gültigen Kontingente entfallen.
  15. Der Ausschluss von Psychotherapie-Behandlungen bei Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, wie es bei einigen Privaten Krankenversicherungen gehandhabt wird, sollte nicht mehr zulässig sein.

Eva Schweitzer-Köhn
Heinrich Bertram
Hans-Werner Stecker

Bundesvorstand VPP

29.8.2006

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