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Bundesweit zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen psychisch auffällig

Vierfach erhöhtes Risiko bei ungünstigem Familienklima und niedrigem sozioökonomischem Status - RKI-Studie: Längst nicht alle Kinder in entsprechender Behandlung

Am 25. September wurden die ersten Ergebnisse von KiGGS, der Kinder- und Jugendgesundheitsstudie des Robert Koch-Instituts, vorgestellt. Mit 17.641 Teilnehmern liefert die europaweit einmalige Studie erstmals ein umfassendes Bild von der Gesundheit der Heranwachsenden in Deutschland, das alle Altersstufen umfasst und auch Laborbefunde einschließt. KiGGS wurde durch die Bundesministerien für Gesundheit sowie für Bildung und Forschung finanziert.

Im Rahmen der begleitenden Bella-Studie sind 2863 Familien mit Kindern im Alter von 7 bis 17 Jahren, die an KiGGS teilgenommen haben, zum seelischen Wohlbefinden und Verhalten sowie zum Auftreten psychischer Auffälligkeiten befragt worden. Das Ergebnis: „Bei etwa 22 Prozent der untersuchten Kinder und Jugendlichen liegen Hinweise auf eine psychische Auffälligkeit vor, wobei ca. 10 Prozent aller Kinder und Jugendlichen als im engen Sinn psychisch auffällig beurteilt werden müssen.

Am häufigsten: Störungen des Sozialverhaltens, Ängste und Depressionen
Unter den spezifischen psychischen Auffälligkeiten treten Störungen des Sozialverhaltens (10%), Ängste (7,6%) und Depressionen (5,4%) am häufigsten auf. Bei den vermuteten Risikofaktoren erweisen sich vor allem ein ungünstiges Familienklima mit vielen Konflikten sowie ein niedriger sozioökonomischer Status als negative Einflussgrößen, die mit einer bis zu vierfach erhöhten Wahrscheinlichkeit für psychische Auffälligkeit einhergehen. (…)

Personale, familiäre und soziale Ressourcen sind hingegen bei psychisch unauffälligen Kindern und Jugendlichen stärker ausgeprägt. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität psychisch auffälliger Kinder und Jugendlicher ist in allen Bereichen deutlich eingeschränkt. Längst nicht alle Kinder und Jugendlichen, die psychische Auffälligkeiten aufweisen, befinden sich in entsprechender Behandlung.“

Kinder müssen zu lange auf psychotherapeutische Behandlung warten
Anlässlich des Weltkindertages hatte der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer, Prof. Dr. Rainer Richter, erst vor wenigen Tagen darauf hingewiesen, dass Kinder, die an Angst, Depressionen oder aggressivem Verhalten leiden, häufig keinen Psychotherapeuten finden: "Kinder müssen oft wochen- und monatelang auf eine psychotherapeutische Behandlung warten".

Die Bundespsychotherapeutenkammer und zahlreiche Psychotherapeutenverbände fordern seit langem eine getrennte Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche im Bereich der Psychotherapie. So lange dies nicht möglich sei, sollten mindestens 20 Prozent der Psychotherapeuten, die berechtigt sind, sich an der psychotherapeutischen Versorgung zu beteiligen, im Schwerpunkt Kinder und Jugendliche behandeln. Der Anteil der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten liegt nach Auskunft der BPtK, gemessen an allen psychotherapeutischen Leistungserbringern, nur bei 12,2 Prozent.

Neben dringenden inhaltlichen Überlegungen werden auch Kostenrechnungen angestellt: In der „ZEIT“ vom 7.9. wird eine britische Studie zitiert, nach der „Kinder, die im Alter von zehn Jahren eine Störung des Sozialverhaltens aufwiesen, die Steuerzahler in den folgenden 18 Jahren durchschnittlich 120 000 Euro kosteten – wobei nur ein Bruchteil der untersuchten Kinder behandelt worden war.“

28.9.2006

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