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VPP-Kommentar zur Berichtspflicht

Für eine Vielzahl von Anfragen in der VPP-Bundesgeschäftsstelle sorgt derzeit das Stichwort „Berichtspflicht“. In einem aktuellen Kommentar sollen deshalb die wesentlichen Aspekte der Neueinführung noch einmal zusammenfassend beleuchtet werden. Über die Links am Ende des Textes ist u.a. auch das vom VPP/BDP entwickelte Formular zu finden, das Patienten zum Einverständnis/Nichteinverständnis bzgl. der Daten-/Berichtsweitergabe vorgelegt werden kann.

Das Thema Berichtspflicht ist nicht neu, neu ist allerdings die Verknüpfung mit der Vergütung. Das soll Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zwingen, den Berichten an die Hausärzte tatsächlich nachzukommen. Patientinnen und Patienten sollen nicht „im Bermudadreieck verschwinden“, wenn sie zur Psychotherapeutin überwiesen werden, so die Argumentation von Hausärzten. Diese beklagen, dass sie nie wieder etwas von Patienten hören würden, nachdem sie sie zur Psychotherapie überwiesen hätten.

Der VPP lehnt diese Verknüpfung von Abrechenbarkeit und Berichtspflicht ab, da dieses Verfahren den geschützten Rahmen gefährdet, innerhalb dessen Inhalte der Psychotherapie, der therapeutische Prozess und die ihn tragende therapeutische Beziehung zwischen Patient und Psychotherapeut kommuniziert werden, ohne dass hier Außenstehende Einfluss nehmen und ohne dass mitbedacht werden muss, was aus diesen Sitzungen komprimiert an den Arzt weitergegeben werden soll. Psychotherapeutin und Patientin wird ein Thema aufgezwungen, das nicht eigentlicher Bestandteil des psychotherapeutischen Gesprächs ist. Patienten werden u.U. in einen Loyalitätskonflikt zwischen ihrem Hausarzt und ihrem Psychotherapeuten gebracht. Die Weitergabe von Therapieverläufen, Therapiezielen und -erfolgen, wie sie bisher im Rahmen des Gutachterverfahrens anonymisiert erfolgt, schützt hingegen die Person des Patienten und dient als Qualitätssicherung auch den Interessen des Patienten.

Die sinnvolle Konsiliarität zwischen Hausarzt und Psychotherapeut wird schon anders - kollegial im Einvernehmen mit dem Patienten anstatt als Ordnungsvornahme - geregelt. Es mag da Versäumnisse in der Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten auf Seiten unserer Berufsgruppe gegeben haben. Doch diese Maßnahme der Verknüpfung des Anspruchs auf Vergütung lege artis erbrachter Psychotherapieleistungen mit einem Bericht an den Hausarzt bei jedem Patienten in jedem Quartal ist unverhältnismäßig und nicht geeignet, die Versorgung der Patienten zu verbessern. Im Gegenteil: Der bisher akzeptierte Schutz der persönlichen Gesprächsinhalte in einer Psychotherapie wird aufgegeben, der grundlegend für die psychotherapeutische Arbeitsbeziehung ist (s. auch GKII-Stellungnahme).

Auch die rechtliche Seite ist noch zu überprüfen: Normalerweise muss ein Psychotherapeut auf den Patienten zugehen und um eine Schweigepflichtentbindung bitten, wenn er einen Bericht an jemanden schicken möchte und nicht umgekehrt, muss der Patient erklären, dass er keinen Bericht möchte, wie es in der gegenwärtigen Konstruktion angelegt ist. Wir gehen davon aus, dass diese Frage juristisch noch durch die BPtK geklärt wird.

Eva Schweitzer-Köhn
Stellvertretende Vorsitzende des VPP

Heinrich Bertram
Vorsitzender des VPP

24.1.2007

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