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VPP-VertreterInnen-Versammlung: Arbeitsfelder für Freie erschließen

Angestellte: Psychotherapeutisches Arbeiten in der Psychiatrie erschwert - Kassenzugelassene: Honorarsituation 2009 und 2010

Unter Leitung von VPP-Bundesvorsitzendem Heinrich Bertram fand am 13./14. September die turnusgemäße Tagung der VertreterInnenversammlung des VPP im BDP in Berlin statt.

Arbeitsfelder für Freie PsychotherapeutInnen erschließen
Auf Antrag der Vorsitzenden der Landesfachverbände Hamburg, Christel Kock, und Niedersachsen, Heiner Hellmann, haben sich die VertreterInnen mit der Situation der Freien Niedergelassenen PsychotherapeutInnen befasst, die außerhalb der KV-Vertragsbehandlung niedergelassen in Praxen tätig sind. In diesem Rahmen wurde der Auftrag des entsprechenden Vorstandsressorts, vertreten durch Vorstandsmitglied Michael Wetzstein, näher definiert: der VPP im BDP setzt sich dafür ein, Arbeitsfelder für Psychologische PsychotherapeutInnen außerhalb des Kollektivvertrags und der Angestelltentätigkeit zu erschließen.

Systemwechsel in der Psychotherapieausbildung erforderlich
Der PiA-Vertreter im VPP, Robin Siegel, stellte die derzeitige Diskussion zur Umgestaltung der Psychotherapieausbildung dar. „Es reicht nicht aus, nur Bezahlung für die praktische Tätigkeit zu fordern“. Nach seiner Darstellung bedarf es eines Systemwechsels in der PsychotherapeutInnenausbildung, insbesondere muss die praktische Tätigkeit sinnvoll in die Ausbildung eingebettet und honoriert werden sowie ein inhaltliches Curriculum erhalten, in dem auch Anleitung und Supervision festgeschrieben werden. Problematisch ist hierbei allerdings, ob diese Umstellung im Zusammenhang mit einer Einführung eines Masterstudienganges in Psychotherapie geschehen soll. Neben diesen Themen wurden auch weitere Probleme der Ausbildung wie Überschneidungen mit Studieninhalten angesprochen.

Situation der Psychotherapeutischen Behandlung in der Psychiatrie
Vorstandsmitglied Hans-Werner Stecker stellte im Vorstandsbericht die Situation der PsychotherapeutInnen in Krankenhäusern, insbesondere in der Psychiatrie, dar. Er problematisierte, dass die Verkürzung der Verweildauern in der Psychiatrie eine psychotherapeutische Behandlung sehr erschweren. Ein sinnvoller psychotherapeutischer Prozess braucht Zeit. Während die psychiatrische Krankenpflege bereits gut aufgestellt ist und Leitlinien ihrer Arbeit formuliert hat, fehlt bisher noch ein entsprechendes Leitbild mit entsprechender Tätigkeitsbeschreibung für die Tätigkeit von PsychotherapeutInnen im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung in der Psychiatrie. Hier sind weitere Anstrengungen des Verbandes vonnöten und fest eingeplant, auch in und mit den Landespsychotherapeutenkammern.

Honorarsituation für KV-VertragsbehandlerInnen
Die stellvertretende Vorsitzende Eva Schweitzer-Köhn stellte die neue Honorarsituation für die KV-VertragsbehandlerInnen für das Jahr 2009 dar. Auch wenn es in fast allen KV-Bezirken zu Honorarzuwächsen im nächsten Jahr kommen wird, wurde infrage gestellt, ob eine angemessene Vergütung damit erreicht wird, wenn man von dem Grundsatz „gleiches Geld bei gleichem Einsatz“ ausgeht. Diese Forderung wird selbstverständlich weiter aufrechterhalten! Was 2010 ff. auf die Psychologischen PsychotherapeutInnen zukommen wird, ist ohnehin noch nicht vorhersehbar.

Weiterentwicklung der Musterweiterbildungsordnung kritisch diskutiert
Ausführlich wurde außerdem die angedachte Weiterentwicklung der Musterweiterbildungsordnung diskutiert. Ergebnis war, dass im Augenblick eine Stellungnahme in dieser Sache nicht für sinnvoll erachtet wird, sondern dass zunächst die Ergebnisse des Forschungsgutachtens zur Psychotherapieausbildung und die sich daraus ergebenden Konsequenzen abgewartet werden sollten. Die Diskussion über das Für und Wider einer Weiterbildungsordnung wird im Verband selbstverständlich weitergeführt.

Auswirkungen der elektronischen Gesundheitskarte auf den psychotherapeutischen Prozess
VPP-Vorstandsmitglied Uschi Gersch referierte detailliert über Sinn und Problematik der elektronischen Gesundheitskarte und des Heilberufsausweises, insbesondere im Hinblick auf die psychotherapeutische Situation. Der VPP stimmt der von Werner Lohl vorgeschlagenen Stellungnahme des BDP bzgl. der elektronischen Gesundheitskarte ausnahmslos zu. Neben der grundsätzlichen Problematik der Daten(un)sicherheit wurde aber auch die Auswirkung auf die psychotherapeutische Beziehung und den psychotherapeutischen Prozess diskutiert.

Uschi Gersch problematisierte die Verlagerung der Verantwortung für persönliche Daten von der PatientIn auf die TherapeutIn. Die Anamnese wird als wichtiger Teil des psychotherapeutischen Prozesses angesehen. Es ist daher wichtig, dass die PatientIn die Autonomie und die Verantwortung darüber behält, was sie wann ihrer PsychotherapeutIn berichtet, wann es in der therapeutischen Beziehung und dem therapeutischen Prozess passt und ggfs. bearbeitet werden kann. Die Verantwortung für ihre Daten an die TherapeutIn abzugeben, würde eine Einschränkung der Autonomie der PatientIn zur Folge haben. Uschi Gersch rief dazu auf, dies in allen Psychotherapeutenkammern zu diskutieren und eine Abstimmung darüber anzuregen, ebenso darüber, wie die Kosten für den Heilberufsausweis beglichen werden sollen, ob über erhöhte Kammerbeiträge oder eine einzelne Gebühr. Der Heilberufsausweis ist freiwillig und für die psychotherapeutische Praxis nicht nötig.

Eva Schweitzer-Köhn
Stellvertretende Vorsitzende des VPP im BDP

20.9.2008

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