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Verabreichung von Drogen ist keine Psychotherapie

Der Tod zweier Menschen im Zusammenhang mit einer sogenannten Psychotherapie-Sitzung ist schrecklich. Den Angehörigen der Betroffenen gilt unsere Anteilnahme, aber auch den weiteren beteiligten PatientInnen, die die ‚Behandlung‘ überlebt haben, aber vermutlich sehr unter Schock stehen, weil sie einem Arzt vertraut haben, von dem sich jetzt herausstellt, dass er illegale Methoden unter dem Namen Psychotherapie angewendet hat und ihnen damit geschadet hat. Wir hoffen und wünschen diesen Menschen, dass sie so schnell wie möglich gute fachlich korrekte psychotherapeutische Behandlung erhalten, um das Erlebte zu verarbeiten und die Probleme, derentwegen sie ursprünglich den Arzt aufgesucht haben, zu bearbeiten.

Darüber hinaus ist aber auch Schaden entstanden durch die ungenaue und teilweise  sensationsheischende Art der Verbreitung dieses Vorfalls durch einige Medien, indem die todbringenden Verfahrensweisen als Anwendung von Psychotherapie bezeichnet wurden. Nach unserem Verständnis handelt es sich bei der Gabe von psychoaktiven Drogen nicht um Psychotherapie. Psychotherapie ist die Aufdeckung und Veränderung von Erlebens- und Verhaltensweisen, die zu psychischen Störungen führen, mit wissenschaftlich begründeten Psychotherapieverfahren in einer psychotherapeutischen Beziehung .

Einzelne Medien haben durch ihre Darstellungen das Ansehen der Psychotherapie beschädigt und zur Verunsicherung von PatientInnen statt zur Aufklärung beigetragen. Das ist besonders tragisch, da der Schritt, eine Psychotherapie aufzunehmen, den meisten Menschen sehr schwer fällt.

Wir empfehlen allen Patientinnen und Patienten, sich bei psychischen Problemen rechtzeitig psychotherapeutische Hilfe zu suchen und bei Beginn einer Psychotherapie von der jeweiligen TherapeutIn über die angewendeten Psychotherapieverfahren aufklären zu lassen. Bei Fragen und Unsicherheiten im Zusammenhang mit einer Psychotherapie stehen ihnen die Berufskammern hilfreich zur Seite. Bei der Psychotherapeutenkammer Berlin existiert eine Ombudsstelle, bei der man sich auch anonym beraten lassen kann. Die Berufsverbände wie der BDP verfügen über Schieds- und Ehrengerichte, die im Falle von berufswidrigem Verhalten Maßnahmen dagegen ergreifen können. Den Berufskammern obliegt die Berufsaufsicht. Sie veranlassen bei Verstoß gegen Berufsrecht und Ethik berufsrechtliche Verfahren, in denen die Verstöße durch Strafen bis zum Entzug der Berufserlaubnis (Approbation) geahndet werden können. 

Eva Schweitzer-Köhn

23.9.2009

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