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Keine baldige Reform der Psychotherapie-Ausbildung?

Die Anfrage der Grünen bezüglich der Reform der Psychotherapie-Ausbildung wurde von der Bundesregierung weitestgehend negativ beantwortet

Wir dokumentieren:

1. Die Anfrage BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

2. Die Antwort der Bundesregierung

3. Kommentierung der Antwort der Bundesregierung durch Biggi Bender, gesundheitspolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen zur kleinen Anfrage „Reform der Ausbildung von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten“:

"Die Antwort der Bundesregierung ist völlig unbefriedigend. Es hat Jahre stetigen Bohrens – u.a. von uns Grünen - gebraucht, bis das Gesundheitsministerium endlich ein Gutachten zur Ausbildungssituation der PsychotherapeutInnen in Auftrag gegeben hat. Dieses liegt nun seit 1 ½ Jahren vor, und zeigt laut Bundesregierung „erheblichen Änderungsbedarf“ auf. Es reiche laut Regierung jedoch nicht aus, um auf dieser Basis gesetzliche Änderungen vorzuschlagen. Es gibt also viel zu tun! Und wie reagiert das Gesundheitsministerium darauf? Es verschließt die Augen und tut nichts. Ein anderer Schluss ist, aufgrund der fehlenden Antworten und der Erklärung, in absehbarer Zeit keine Vorschläge vorzulegen, kaum möglich.

Seit Langem überfällige Änderungen werden von der Regierung abgelehnt. So ignoriert die Bundesregierung z.B., dass sich die Hochschullandschaft in den letzten Jahren radikal geändert hat und es längst AbsolventInnen neuer Studiengänge und mit Bachelor- oder Masterabschlüssen gibt. Die Klärungen, welche dieser Abschlüsse bundesweit als Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung als PsychotherapeutInnen vorausgesetzt werden, wird abgelehnt, da erst über die künftige Ausbildungsstruktur entschieden werden müsse. Das ist etwa so, wie wenn ein Haus bereits an einer Ecke brennt und die Dorfbevölkerung statt zu löschen darüber debattiert, dass es sinnvoll sei, eine freiwillige Feuerwehr zu gründen, damit dann qualifiziert gelöscht werden kann. Das Gesundheitsministerium drückt sich mit dieser Argumentation vor den, von den Bundesländern eingeforderten, notwendigen kurzfristigen Entscheidungen. Ein Laufenlassen, wird zu einem Flickenteppich länderspezifischer Regelungen führen, die später nur schwer wieder einzufangen sind. Wenn man hier Absicht unterstellt, dann bedeutet dies, dass ein niedrigeres Qualifikationsniveau (Bachelor) bei denjenigen, die Kinder behandeln, das Ziel ist.

Das Gesundheitsministerium fordert grundsätzliche Debatten, übernimmt jedoch keine Anstrengungen, diese zu strukturieren. Verwiesen wird auf der einen Seite darauf, dass Gesprächsbedarf mit den Bundesländern besteht. Auf der anderen Seite lehnt die Regierung aber die von ihnen vorgeschlagene Bund-Länder-Arbeitsgruppe ab, die diese Erarbeitung vorantreiben soll.

Peinlich ist, dass das Gesundheitsministerium zu den konkreten Vorschlägen des Deutschen Psychotherapeutentages keinerlei Einschätzungen abgeben kann. Eine abschließende Positionierung der Regierung wurde von uns gar nicht erwartet, aber Argumente, die für oder gegen diesen Lösungsvorschlag sprechen oder die Benennung der noch klärenden Aspekte, hätte gezeigt, dass die Bundesregierung an dieser Debatte beteiligt ist und nicht außen vor steht.

Die Antwort auf unsere Frage zur finanziellen Situation der AusbildungsteilnehmerInnen, die auf die BAFöG-Reform verweist, ist keine Lösung des Problems: Nach dem von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten erhalten nur 1 Prozent der PsychotherapeutInnen in Ausbildung eine BAFöG-Förderung. Eine angemessene Vergütung für den Beitrag, den die in Ausbildung befindlichen PsychotherapeutInnen bei der Versorgung psychisch kranker Menschen leisten, wäre aus Grüner Sicht eine sinnvolle Antwort."

28.10.2010

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