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Landesgesundheitsbehörden fordern sozialrechtliche Anerkennung für Gesprächspsychotherapie und Systemische Therapie

Wir dokumentieren mit freundlicher Erlaubnis einen Artikel von der Homepage der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie e.V. (Quelle www.gwg-ev.org/cms/cms.php?textid=1681):

Neue Chance für die als "neu" bezeichneten Psychotherapieverfahren durch Novellierung des Psychotherapeutengesetztes

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie (DGSF) und der Systemischen Gesellschaft (SG) hat die GwG im Oktober 2010 die Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) auf die Ausbildungsmisere der "neuen" Psychotherapieverfahren aufmerksam gemacht. Als "neue" Verfahren gelten Psychotherapieverfahren, die nicht zu den sog. Richtlinienverfahren zählen, die aber wissenschaftlich anerkannt und zur vertieften Ausbildung (Approbationsausbildung) zugelassen sind. Wegen der bisher verwehrten sozialrechtlichen Anerkennung und der Diskrepanz zwischen Berufs- und Sozialrecht kann in den neuen Verfahren nicht ausgebildet werden. In der letzten Ausgabe von "Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung", Seite 234, haben wir ausführlich über diese Problematik berichtet. Die Ausbildungsteilnehmer mit Schwerpunkt Gesprächspsychotherapie am Institut für Psychotherapie (IfP) der Universität Hamburg sind direkt von dieser Problematik betroffen. Auch sie haben im Oktober letzten Jahres die AOLG um Unterstützung gebeten und über ihre ausweglose Ausbildungssituation berichtet.
Die AOLG hat in ihrer 26. Sitzung am 18./19. November 2010 einen richtungsweisenden Beschluss gefasst, in dem sie fordert, die Gesprächspsychotherapie und die Systemische Therapie in die Reform des Psychotherapeutengesetzes einzubeziehen. In diesem einstimmig gefassten Beschluss bittet die AOLG das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) darum, auf den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) einzuwirken, dass er die Gesprächspsychotherapie und die Systemischen Therapie nach deren berufsrechtlichen Anerkennung für die vertragsärztliche Versorgung zulässt. Die AOLG erwartet zudem, dass bei der aus ihrer Sicht notwendigen Reform des Psychotherapeutengesetzes künftig Diskrepanzen zwischen Vertrags- und Berufsrecht vermieden werden. Damit fordert die AOLG die sozialrechtliche Anerkennung aller wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren. 
Auf der Basis dieser hoch erfreulichen Unterstützung durch die Landesgesundheitsbehörden sucht die GwG weiterhin den Beistand durch die Profession. Zudem führen wir seitens der GwG weiterhin Gespräche mit Landes- und Bundespolitikern sowie Vertretern der zuständigen Ministerien und Gremien. Wir wollen darauf einwirken, dass die anstehende Novellierung des Psychotherapeutengesetzes nun doch zu einer sozialrechtlichen Anerkennung der "neuen" Psychotherapieverfahren führt. Hierzu kooperieren wir mit Verbänden der systemischen und humanistischen Psychotherapie.

Bundespsychotherapeutenkammer legt Dr. Rösler Entwürfe zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes vor
Bisher ist die Novellierung des Psychotherapeutengesetzes von Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit noch nicht in Angriff genommen worden. Zunächst solle die Struktur der Psychotherapieausbildung festgelegt werden. Es ist noch völlig offen, ob die bisherige Struktur der dualen Ausbildung beibehalten wird oder - wie bei den Ärzten - die Direktausbildung eingeführt wird.
Um die Initiierung des Gesetzgebungsverfahrens zu beschleunigen, reichte die Bundespsychotherapeutenkammer am 8.12.2010 Entwürfe eines Gesetzes zur Reform der Psychotherapeutenausbildung und der Approbationsausbildung für Psychotherapeuten beim Bundesgesundheitsminister Dr. Rösler ein.
Unsere von der AOLG unterstützte Forderung nach Gleichstellung aller Ausbildungsverfahren wurde bedauerlicherweise in diesen Entwürfen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht berücksichtigt. Laut Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) solle dieser komplexe Sachverhalt frühestens angesprochen werden, wenn die Initiierung eines Gesetzgebungsverfahrens gelungen sei. Die BPtK werde daher weiter nach Lösungen für die von uns geschilderte Problematik suchen.

Gestalttherapie stellt Antrag beim Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP)
Der WBP berät nach § 11 des Psychotherapeutengesetzes die zuständigen Behörden gutachterlich zur Frage der wissenschaftlichen Anerkennung von einzelnen psychotherapeutischen Verfahren. Am 17. Dezember 2010 haben der Deutsche Dachverband Gestalttherapie für approbierte Psychotherapeuten (DDGAP e.V.) und die Deutsche Vereinigung Gestalttherapie (DVG) für die Gestalttherapie einen fundierten und erfolgversprechenden Antrag auf Begutachtung beim WBP eingereicht. Somit gibt es Hoffnung, dass wir bald Verstärkung durch ein weiteres "neues" Psychotherapieverfahren bekommen, welches zudem noch zu den humanistischen Verfahren zählt.

Birgit Wiesemüller, David Reinhaus

17.2.2011

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