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Mehr Fehltage durch Suchterkrankungen

Der VPP verweist auf die guten psychotherapeutischen Präventions- und Therapiemöglichkeiten bei Suchterkrankungen. Anlass ist die Veröffentlichung des aktuellen AOK-Fehlzeiten-Reports.

In ihrem im August 2013 veröffentlichten aktuellen Fehlzeiten-Report warnt die AOK vor der Zunahme von Suchterkrankungen in der Bevölkerung. Demnach sei die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage, die durch die Einnahme von Suchtmitteln verursacht würden, in den vergangenen zehn Jahren um rund 17 Prozent angestiegen: Von 2,07 Millionen Fehltagen im Jahr 2002 auf 2,42 Millionen Fehltage im Jahr 2012. Zudem hätten, den Daten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK zufolge, Arbeitnehmer, die mindestens eine Krankschreibung aufgrund einer Suchterkrankung aufwiesen, drei Mal so lange Arbeitsunfähigkeitszeiten wie Beschäftigte, die aus anderen Gründen krankgeschrieben würden.
Nach wie vor seien es die traditionellen und gesellschaftlich anerkannten Suchtmittel wie Alkohol und Tabak, die zur Mehrzahl der Arbeitsausfälle führten. Allein übermäßiger Alkoholkonsum verursache 44 Prozent der Fehltage. Allerdings sei zunehmend auch die Einnahme von neuen Suchtmitteln – wie etwa stimulierenden und leistungssteigernden Substanzen – zu beobachten. Diesem Trend müsse schnell und wirksam Einhalt geboten werden. Nötig sei daher eine praxisnahe Präventions- und Versorgungsforschung.
Der VPP verweist in diesem Zusammenhang auf die Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlungen bei der Therapie von Suchterkrankungen: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Betroffene mit Hilfe von psychotherapeutischer Unterstützung sowohl kurzfristig eine deutliche Verringerung ihrer psychischen Beschwerden und eine Verbesserung ihrer Lebensqualität erreichen als auch längerfristig stabile Behandlungserfolge erzielen. Dabei wirkt die gezielte psychotherapeutische Behandlung besser als unspezifische Beratungs- und allgemeine Unterstützungsansätze.
Wirksame psychotherapeutische Ansätze in der Suchtbehandlung betonen vor allem die eigene Verantwortlichkeit des Patienten, ihren eigenen Beitrag, den Substanzgebrauch aufzugeben oder zu verringern sowie die soziale Unterstützung des Umfelds.
Psychotherapie ist heute bereits ein wichtiger Bestandteil der Suchtbehandlung. Ihre Wirksamkeit in der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen ist wissenschaftlich nachgewiesen, die Akzeptanz bei den Patienten hoch. Dennoch könnte die Kooperation zwischen niedergelassenen Psychotherapeuten und der Suchthilfe weiter verbessert werden.
Häufig erfolgt eine zu starke Konzentration auf die stationäre Behandlung von Suchtkranken. Sehr wichtig ist jedoch auch die Unterstützung in der Zeit nach der stationären Entlassung, um Rückfälle zu vermeiden. Immer noch befinden sich zu wenige Menschen mit substanzbezogenen Störungen in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung: Suchtpatienten machen nur etwa ein Prozent der Patienten in ambulanter Psychotherapie aus – eine viel zu geringe Zahl angesichts der hohen Prävalenzraten, der häufig komorbid vorliegenden weiteren psychischen Erkrankungen und der guten psychotherapeutischen Behandlungsmethoden. Dadurch werden auch viele Chancen der frühen Erkennung und Behandlung vertan. Unterschiedliche Finanzierungsformen erschweren zudem den Übergang zwischen den verschiedenen Versorgungssektoren.
Möglichkeiten der Verbesserung der Versorgung sieht der VPP in einer besseren Vernetzung der verschiedenen Therapieangebote sowie in einer besseren Früherkennung und Frühintervention sowie Nachbehandlung.

Weitere Informationen zum AOK-Fehlzeiten-Report: www.aok-bv.de

Uschi Gersch

28.8.2013

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