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Große Bedeutung psychischer Erkrankungen für Frühverrentung

Nahezu jede zweite neue Frührente im Jahr 2012 hatte psychische Ursachen. Dies geht aus einer aktuellen Studie der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hervor.

Psychische Erkrankungen sind immer häufiger die Ursache für Krankschreibungen von Arbeitnehmern. Zudem gehören sie seit mehr als zehn Jahren zu den Hauptursachen für gesundheitsbedingte Frührenten – mit großem Abstand vor körperlichen Erkrankungen. Auf Grundlage der Daten der Deutschen Rentenversicherung untersuchte die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) die Bedeutung psychischer Erkrankungen für gesundheitsbedingte Frühverrentung (Erhalt einer Erwerbsminderungsrente) im Jahr 2012. Die Ergebnisse wurden nun veröffentlicht.

Fast jede zweite Frührente psychisch verursacht

Es zeigte sich, dass in Deutschland rund 75.000 Versicherte 2012 erstmals eine Rente wegen Erwerbsminderung aufgrund psychischer Erkrankungen bezogen. Fast jede zweite neue Frührente – insgesamt 42 Prozent – war im Jahr 2012 psychisch verursacht. Den Daten zufolge waren Depressionen – auch im Vergleich zu allen körperlichen Krankheiten – die häufigste Diagnose: Bei Frauen war fast die Hälfte der psychisch bedingten Frühverrentungen im Jahr 2012 auf Depressionen zurückzuführen. Bei Männern spielten nach Depressionen auch Alkoholerkrankungen eine wesentliche Rolle.

Früherer Berufsausstieg als bei körperlichen Krankheiten

Psychische Erkrankungen führten der Untersuchung zufolge zudem dazu, dass Arbeitnehmer früher als bei körperlichen Erkrankungen in Rente gehen mussten: Das durchschnittliche Eintrittsalter in die Frührente lag bei psychisch bedingten Verrentungen im Jahr 2012 bei durchschnittlich 49 Jahren und damit unter dem Altersdurchschnitt von 50 Jahren bei Frauen und 52 Jahren bei Männern.

Unzureichende Versorgung

Die BPtK mahnt an, dass die hohe Zahl der Verrentungen aufgrund psychischer Erkrankungen nicht zuletzt auf die unzureichende Versorgung psychisch erkrankter Menschen zurückzuführen sei: Nur jeder dritte psychisch Kranke erhalte in Deutschland eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Und auch die Versorgung mit rehabilitativen Maßnahmen sei unzureichend: Nur jeder zweite Rentner, der aufgrund einer psychischen Erkrankung vorzeitig aus dem Arbeitsleben scheide, erhalte in den fünf Jahren vor dem Rentenbescheid eine Rehabilitationsleistung.
Aber auch Zuständigkeits- und Schnittstellenprobleme im Sozialversicherungssystem seien daran mitschuldig, dass eine schnelle, kontinuierliche und angemessene Versorgung psychisch Erkrankter häufig unnötig erschwert oder sogar verhindert werde.

Dringender Handlungsbedarf

Da Menschen, die lange psychisch erkranken und aus diesem Grunde arbeits- oder erwerbsunfähig werden, ein hohes Risiko einer Einkommensarmut aufweisen, sieht die BPtK dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung der Prävention, Behandlung und Rehabilitation von psychischen Erkrankungen – um Menschen mit psychischen Erkrankungen so lange wie möglich eine gesellschaftliche und berufliche Teilhabe zu ermöglichen.

Download der Studie der BPtK:
www.bptk.de

1.2.2014

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