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Mehr Freiräume in der Therapieplanung

Bei der Mehrzahl der Kurz- sowie der Langzeittherapien wird das von den Krankenkassen bewilligte Behandlungskontingent nicht ausgeschöpft: Die Therapiedauer richtet sich nach dem individuellen Behandlungsbedarf. Dies geht aus einer aktuellen Veröffentlichung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor.

Längsschnittliche Betrachtung

Die im März im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichte Studie stützt sich auf die Abrechnungsdaten der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen. Ziel der Untersuchung war es, den Verlauf der Psychotherapie bei einer Patientenkohorte über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Daher wurden aus den vorliegenden Daten all jene Patienten ausgewählt, die im Jahr 2009 eine Psychotherapie begonnen hatten und auch in den Abrechnungsdaten des Jahres 2012 identifizierbar waren. Insgesamt wurden die Therapieverläufe von 385.885 Patienten betrachtet.

Stundenkontingente nicht ausgeschöpft

Aus der von der KBV veröffentlichten Analyse geht hervor, dass der Großteil der Betroffenen eine reine Kurzzeittherapie erhielt: Sowohl bei der Verhaltenstherapie als auch bei der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie waren es etwa 70 Prozent der Fälle, die im Rahmen einer Kurzzeittherapie behandelt wurden. Dabei schien die Dauer der Therapie nicht von der Zahl der Stunden abhängig gewesen zu sein, die von den Krankenkassen bewilligt worden waren: In den meisten Fällen endete die Psychotherapie, bevor das erste Stundenkontingent aufgebraucht war – häufig schon innerhalb der ersten 15 Stunden.
Nur bei etwa 30 Prozent der Patienten wurde eine Langzeittherapie durchgeführt oder eine Kurzzeit- in eine Langzeitintervention überführt. Und auch dann wurde das Stundenkontingent nur in wenigen Fällen ausgeschöpft.

Individuell und indikationsbezogen

Die KBV-Analyse zur psychotherapeutischen Versorgung zeigt somit, dass Psychotherapeuten ihre Patienten nicht so lange wie möglich sondern so lange wie nötig behandeln. Dies macht deutlich, wie dynamisch, individuell und indikationsbezogen das Therapiegeschehen in der ambulanten Versorgung ist. Und straft Kritiker Lügen, die Psychotherapeuten zu langwierige Behandlungen und zu aufwendige Therapieverfahren vorwerfen – und ihnen damit die Schuld an den langen Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz geben. Zudem erweisen sich Forderungen nach einer Stärkung der Kurzzeittherapie, wie sie auch im Koalitionsvertrag gestellt werden, angesichts der KBV-Zahlen als hinfällig.

Mehr Freiräume in der Therapieplanung

Vielmehr sollte den Therapeuten – die offensichtlich äußerst umsichtig mit den Ressourcen umgehen – mehr Freiraum in der Therapieplanung gegeben werden. Etwa durch Erweiterung der maximal möglichen Stundenzahl bei einem Erstantrag oder das Einsetzen des Gutachterverfahrens erst nach Ausschöpfen des ersten Langzeit-Therapiekontingents. Dieses müsste dann nur noch in etwa zehn Prozent der Fälle eingeleitet werden – eine merkliche Reduktion des bürokratischen Aufwands. Und Zeit, die letztendlich zusätzlich in der Patientenbehandlung zur Verfügung steht.

Da die Zahlen der KBV auch zeigen, dass eine kleine Gruppe der Patienten einer längerfristigen und besonders intensiven Behandlung bedarf, müssen die Rahmenbedingungen für lange Psychotherapien zwingend erhalten bleiben.

24.3.2014

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