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Stellungnahme zum KBV-Positionspapier zum Koalitionsvertrag

Der VPP im BDP begrüßt das Positionspapier zum Koalitionsvertrag, das die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am 21. März 2014 beschlossen hat.

Behandlungsqualität statt Kostendämpfung

Aus Sicht der Psychotherapeuten ist der Grundsatz „Statt reine Kostendämpfung zu betreiben, soll die Behandlungsqualität gefördert und Anreize gesetzt werden, um die Versorgungsstrukturen stärker den Bedürfnissen der Patienten anzupassen“ nur zu unterstützen: Sind doch – besonders die psychotherapeutische Versorgung betreffend – im Koalitionsvertrag Tendenzen erkennbar, die eine Verschlechterung der Versorgung für die Patienten befürchten lassen. Der VPP äußerte sich dazu in einer Pressemitteilung: www.vpp.org/meldungen/14/140217_pm.html .

Flexiblere Versorgung

Der VPP begrüßt das Eintreten der KBV für die Freiberuflichkeit von Ärzten und Psychotherapeuten und die Diagnose- und Therapiefreiheit sowie die freie Arzt- und Psychotherapeutenwahl der Patienten. Insbesondere erfreulich ist die Forderung nach Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung, indem in einem gestuften Versorgungsmodell die Möglichkeiten geschaffen werden sollen, Patienten flexibler im Rahmen einer Akutversorgung und Rezidivprophylaxe behandeln zu können. In Bezug auf die Weiterentwicklung der Psychotherapie-Richtlinie spricht sich die KBV für eine Entbürokratisierung aus: durch Entfall des zweiten Bewilligungsschritts bei der Langzeittherapie in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie und der Verhaltenstherapie. Damit würde das Gutachterverfahren als Qualitätssicherungsmaßnahme erhalten bleiben, aber die Antragstellung für die Psychotherapeuten erleichtert werden.

Differenzierte Betrachtung der Versorgungsverhältnisse

Die im KBV-Papier geforderte „differenzierte Betrachtung der Versorgungsverhältnisse“ ist im Bereich der Psychotherapie dringend erforderlich – und seitens des VPP bereits mehrfach angemahnt worden. „Die differenzierte Betrachtung und Bewertung der regionalen und lokalen Versorgungsverhältnisse wird immer wichtiger. Denn die Methode, Aussagen zur Unter- beziehungsweise Überversorgung allein durch eine Gegenüberstellung der altersgewichteten Bevölkerungszahl zur Zahl der Ärzte zu treffen, wie dies bislang praktiziert wurde, ist in vielen Fällen nicht zielführend.“ Noch weniger zielführend ist es – wie im Bereich der psychotherapeutischen Versorgung geschehen –, einen Stichtag – in diesem Falle den 31. August 1999 – zu wählen und die an diesem Tag zugelassenen Behandler zum Soll zu erklären! In diesem Zusammenhang begrüßt der VPP, dass die KBV die Soll-Bestimmung zum Aufkauf von Arzt- und Psychotherapeutenpraxen in sogenannten überversorgten Regionen ablehnt.

Überprüfung der Disparitäten in der Vergütung

Der VPP unterstützt die Forderung nach einer ungeteilten Kassenärztlichen Vereinigung (KV), in der die Interessen der Ärzte und Psychotherapeuten gemeinschaftlich vertreten werden – und gleichberechtigt sind. Eine Aufteilung in eine Facharzt- und Hausarzt-KV würde das KV-System gegenüber der Politik und den Krankenkassen insgesamt schwächen. Und die Vertretung der Psychotherapeuten, die derzeit einen Anteil von zehn Prozent in den Vertreterversammlungen ausmachen, wäre völlig ungeklärt. „Disparitäten in der Vergütung zwischen den Fachgruppen bedürfen der ständigen Überprüfung. Dies schließt auch EBM-Anpassungen ein.“ Dies ist aus Sicht der Psychotherapeuten nur wünschenswert – und wird vom VPP in Zukunft weiter angemahnt werden: Denn die Psychotherapeuten sind bezüglich des Einkommens aus KV-Honoraren seit Jahren die Schlusslichter unter den Arztgruppen.

Diskussion um die Ausbildungsreform

Die KBV äußert sich auch zur Weiterentwicklung der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Das ist ihr gutes Recht, sind Psychotherapeuten doch Teil des Versorgungssystems, das die KBV mitorganisiert und mitverantwortet. Diese erklärt sich als „offen für eine Diskussion über eine Direktausbildung, also ein Vollzeitstudium mit Approbation und anschließender fünfjähriger Weiterbildung“. Ob die Direktausbildung allerdings das Mittel der Wahl ist, und ob mit der Direktausbildung die beste Qualität der Psychotherapeutenausbildung zu erreichen ist, wird innerhalb der Psychotherapeutenschaft derzeit heiß diskutiert. Das im Jahr 2009 vom Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegebene „Forschungsgutachten zur Ausbildung von Psychologischen PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen“ bescheinigte der bisherigen postgradualen Ausbildung eine hohe Qualität. Diese darf auf keinen Fall aufs Spiel gesetzt werden.

Eva-Maria Schweitzer-Köhn

28.3.2014

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