Startseite
TwitterTwitter

Kontakt

Mitgliederservice

Honorarwiderspruch

VPP Newsletter

Fortbildungen

Praxisbörse für Mitglieder

Jobbörsen

Login für den Mitgliederbereich:

Mitgliedsnummer:

Passwort:
(Geburtsdatum TT.MM.JJJJ)

Burda investiert 20 Millionen Euro in Arztbewertungsportal Jameda

Bei der 2007 gegründeten Arztbewertungsplattform Jameda, seit 2016 Burda-Tochter, steige der Umsatz jährlich um 30-40% und liege derzeit bei 20 Millionen Euro. Das Bewertungsportal habe sechs Millionen Besucher monatlich. Der Eigentümerkonzern Hubert Burda Media wolle 20 Millionen Euro investieren, um unter anderem den konkurrenzfähigen, französischen Wettbewerber Doctolib vom deutschen Markt fernzuhalten.

Bewertungsportalmarkt und Digitalisierung der Gesundheitsbranche in Deutschland
Im Vergleich zu anderen Marken wie Xing oder Holidaycheck sei Jameda in der Burda-Digitalsparte klein. Jedoch sei die Plattform in Deutschland wichtigstes Bindeglied zwischen Ärzten/Ärztinnen und Patienten/Patientinnen: Ca. ein Viertel aller Erwachsenen habe laut einer Bitkom-Studie schon einmal einen Arzttermin online vereinbart. Außerdem könne Jameda rund 2,5 Millionen von Patienten  und Patientinnen verfassten Arztbewertungen aufweisen. Das Portal setze seit 2018 auch auf die Suche nach bestimmten Erkrankungen, spezialisierten Ärzten/Ärztinnen oder Behandlungen. 2017 kaufte es außerdem Patientus, einen Telemedizinanbieter. Jameda-Chef Florian Weiß teilte dem Handelsblatt mit, dass sich die Ärzteschaft noch scheue, digitale Vernetzung zu nutzen, was eine Chance für das Bewertungsportal darstelle. Derzeit seien rund 60.000 Ärzte und Ärztinnen bei Jameda Kunde. Deutsche Konkurrenz seien Ärzte.de (Müller Medien) und Docinsider (Schlütersche Verlagsgesellschaft).

Glaubwürdigkeit und Neutralität von Bewertungen in Frage gestellt
Die Bedeutung von Bewertungen im Netz nehme stark zu, beim Vergleich einzelner Marken sei die Bewertung nach dem Preis beim Kunden/bei der Kundin das zweitwichtigste Kriterium. Jedoch würden die meisten Bewertungen positiv ausfallen. Es stelle sich also die Frage der Glaubwürdigkeit der Bewertungsportale. Bei Jameda würden rund 15 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die Echtheit von Bewertungen überprüfen. Die Plattform arbeite profitabel, z. B. durch den Verkauf von Software zur Terminkoordination. Dennoch sei Jameda nach eigenen Angaben unabhängig, zwischen den geschäftlichen Verknüpfungen und den Bewertungen gebe es keinen Zusammenhang. Für Patienten und Patientinnen sei die Nutzung kostenlos, Behandler und Behandlerinnen können zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Einträgen mit Zusatzoptionen wie Fotoeinstellung und Verlinkung auf die Homepage wählen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit ein Profil für einen Arzt oder eine Ärztin durch eine andere Person anzulegen. In den vergangenen Jahren habe es hierdurch immer wieder Rechtsstreitigkeiten zwischen Jameda, Ärzten/Ärztinnen und Unternehmen gegeben, vor allem um Löschungen von Bewertungen und Arztprofilen. Im März 2019 sei z. B. das Bonner Gericht zu dem Urteil gekommen, dass Jameda kein „neutraler Informationsmittler“ sei und Profile von Ärzten und Ärztinnen auf deren Verlangen löschen müsse.
von Julia Zick

Zum Weiterlesen und Quellen:
17.07.19 - Ärzteblatt
www.aerzteblatt.de/...

17.07.19 - Handelsblatt
www.handelsblatt.com/...
16.07.19 - Handelsblatt
www.handelsblatt.com/...
10.07.19 - Bitkom
www.bitkom.org/...
28.06.19 – Ärzteblatt Print: Dtsch Arztebl 2019; 116(26): A-1292 / B-1062 / C-1050, online abrufbar
www.aerzteblatt.de/...
07.05.18 - Handelsblatt
www.handelsblatt.com/...
06.11.15 – Jameda
www.jameda.de/...

26.7.2019

IMPRESSUM | DATENSCHUTZ