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Stellungnahme aus dem Bayrischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zum Projekt Krisenhilfe Bayern

Stellungnahme Dr. Daniel Renné (Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege) zum Projekt Krisenhilfe Bayern

Sehr geehrte Frau Zick,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 09. November 2019, wozu wir gerne wie folgt Stellung nehmen. 

Wie Ihnen vielleicht bereits bekannt ist, hat der Bayerische Landtag in der vergangenen Legislaturperiode das neue Bayerische Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (BayPsychKHG) verabschiedet. Das BayPsychKHG zielt auf die Weiterentwicklung und Stärkung der psychiatrischen Versorgung in Bayern ab. Der Hilfeteil ist seit 1. August 2018 in Kraft gesetzt.

Ziele des BayPsychKHG sind, psychische Erkrankungen weiter zu entstigmatisieren sowie Menschen in psychischen Krisen Anlaufstellen zu bieten und durch eine frühzeitige Unterstützung wirksam zu helfen.
Ein Kernelement des Hilfeteils ist dabei die Schaffung psychosozialer Beratungs- und Hilfeangebote für Menschen in psychischen Krisen (Krisendienste). Dabei handelt es sich um ein niedrigschwelliges psychosoziales Hilfeangebot, das es so bislang in keinem anderen Flächenland in Deutschland gibt. Flächendeckende Krisendienste gibt es bereits in den Bezirken Oberbayern und Mittelfranken. Es ist geplant, dass die Krisendienste spätestens zum 1. Juli 2021 in allen Bayerischen Bezirken einsatzfähig sein werden.

Die Krisendienste sollen aus einer Leitstelle bestehen und über mobile Fachkräfte verfügen, die auf Anforderung vor Ort tätig werden können. Die Leitstellen der Krisendienste sollen im Endausbau über eine bayernweit einheitliche Rufnummer rund um die Uhr erreichbar sein. Sie ergänzen das bestehende ambulante und stationäre Versorgungssystem, sind ausschließlich für das Management psychischer Krisensituationen zuständig und übernehmen in diesem Zusammenhang zudem eine Lotsen- und Steuerungsfunktion im psychiatrischen Versorgungssystem.

Die Krisendienste können von jeder hilfesuchenden Person kontaktiert werden. Auch Angehörige, Bezugspersonen sowie Personen aus dem Lebensumfeld von Menschen in psychischen Krisen können sich an die Leitstelle des Krisendienstes wenden. Um den Zugang für die Hilfesuchenden so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten, genügt das Vorhandensein einer psychischen Krise für die telefonische Inanspruchnahme des Krisendienstes.

Die Aufgaben der Einrichtung, des Betriebes und der bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Krisendienste wurden den Bayerischen Bezirken übertragen. Dies ist sinnvoll, da die Bezirke bereits umfangreiche Aufgaben der Sicherstellung der psychiatrischen Versorgung erledigen und über jahrzehntelange Erfahrung mit dem Aufgabenkreis sowie der Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgungssysteme verfügen.

Für Aufbau und Betrieb der Leitstellen sind als Kostenerstattung durch den Freistaat im aktuellen Doppelhaushalt insgesamt über 18 Millionen Euro vorgesehen, während die Bayerischen Bezirke die Finanzierung der mobilen Teams übernehmen.
Ergänzende Informationen können Sie auch den Vorläufigen Verwaltungsvorschriften zum BayPsychKHG unter https://www.zbfs.bayern.de/imperia/md/content/blvf/oeffentlich-rechtliche-unterbringung/7_2_vorlaufige_verwaltungsvorschriften.pdf entnehmen.

Für weitere Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit sehr gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Daniel Renné

27.11.2019

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