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Liposuktion bei Lipödem: Jetzt Kassenleistung und Aufruf

Endlich tut sich etwas im Bereich der Liposuktion bei Lipödem. Die chronische Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich bei Frauen auftritt, kann ab sofort durch eine Liposuktion als Kassenleistung behandelt werden (zunächst bis 2024 befristet), wenn es sich um ein Lipödem im Stadium III handle. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im September 2019 beschlossen und kam damit den Forderungen des Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und von sich selbst nach. Der G-BA habe laut aerzteblatt fast sechs Jahre gebraucht, um eine 2014 von der Patientenvertretung geforderte Bewertung der Liposuktion bei Lipödem zu starten, dessen Ergebnisse jedoch erst ab 2022 vorliegen könnt. Dies habe zu massivem Druck seitens des Ministeriums geführt. Die Operation kann daher bereits jetzt zunächst in einer Erprobungsphase durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnde Arzt verordnet werden, wenn vorher über einen Zeitraum von sechs Monaten kontinuierlich durchgeführte, konservative Therapien (z. B. Lymphdrainage, Kompression, Bewegungstherapie) scheiterten. Auch der Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wurde diesbezüglich zum Januar 2020 angepasst.
Susanne Helmbrecht, 1. Vorsitzende des Lymphselbsthilfe e.V., äußerte sich im Austausch mit dem VPP hierzu gemischt. Die Lymphselbsthilfe bedauere, dass der Eingriff zunächst nur befristet für Frauen im Stadium III und unter einem BMI von 35 bzw. 40 gelte. Die gute Nachricht sei, dass „die Lymphselbsthilfe nach mehreren erfolglosen Versuchen im letzten Plenum 2019 im Rahmen der Erprobungsstudie die Aufnahme der Manuellen Lymphdrainage für alle Betroffenen mit Lipödem in die Heilmittelrichtlinie erreichen konnte.“ Damit sei „zumindest die konservative Therapie gesichert.“ Inwiefern die Erkrankung komorbid mit psychischen Erkrankungen auftrete und/oder deren Verlauf moderiere bzw. umgekehrt, was damit weitere Gründe einer Kassenfinanzierung von Behandlungen rechtfertigen könnte, sei noch nicht abschließend erforscht.

Aufruf an Behandelnde von Lip-Lymphbetroffenen
Die Lymphselbsthilfe e.V. und der VPP rufen in diesem Zusammenhang zu einer kleinen Umfrage auf:
In einer E-Mail an susanne.helmbrecht@lymphselbsthilfe.de können Sie sich als Behandelnde zu folgenden Fragen äußern, um den Erkenntnisgewinn in diesem Themenfeld zu bereichern:

  1. Wie viele Lip-Lymphbetroffene sind bei Ihnen in Behandlung?
  2. Ist die Erkrankung (physische Probleme durch ein Lip- oder Lymphödem) der Grund der Therapie bzw. haben sich aufgrund der Erkrankung die psychischen Probleme verschlechtert?

Wir bedanken uns für Ihre Teilnahme und Unterstützung!

29.1.2020

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