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LFV Berlin

Veranstaltung zum Thema Jobsharing, Praxisabgabe, hälftige Versorgungsaufträge

Zu einer Veranstaltung zu diesen Themen hatte der Landesfachverband Berlin des VPP im Februar 2010 eingeladen, ca. 150 TeilnehmerInnen kamen ins Haus der Psychologie in den noch unrenovierten „Festsaal“, der mit dieser Personenzahl bis auf den letzten Platz besetzt war, einige mussten sogar stehen. Diese Resonanz auf die Einladung zeigt die Bedeutung und das Interesse für diese Themen in der Psychotherapeutenschaft. Wie man beim Blick ins Publikum sehen konnte, waren einige Ältere dabei, die über die Übergabe ihrer Praxis sicher schon konkreter nachdenken, sowie einzelne Jüngere, die kurz vor dem Ende ihrer Psychotherapieausbildung stehen oder diese gerade abgeschlossen haben und sich fragen, wie sie an der Versorgung von GKV-Versicherten teilnehmen können.
Genau das war das Ziel dieser Veranstaltung, wie Eva Schweitzer-Köhn in ihrer Begrüßung sagte: Es ist das Ziel des VPP, die vorhandenen Praxissitze zu erhalten und auszulasten und die Kolleginnen und Kollegen entsprechend darüber zu informieren und zu sensibilisieren, ihre Praxen nicht einfach auslaufen zu lassen am Ende ihrer Berufstätigkeit, sondern rechtzeitig Sorge zu tragen für die Übergabe, damit die Zulassungen nicht verfallen, denn Berlin ist nach den Regeln der Bedarfsplanung ein „überversorgter“ Planungsbezirk. Der Übergang der Zulassung ist gebunden an die Übergabe einer bestehenden „fortführungsfähigen‘“Praxis. Ansonsten gibt es keine Neuzulassungen, außer derzeit im Rahmen der Mindestquote für KJPT.
Jan Frederichs stellte die rechtlichen und formalen Bedingungen für das Jobsharing und die Praxisübergabe vor. Begonnen wurde mit dem Jobsharing, weil dies die einzige Möglichkeit ist, bei der sich die Praxisinhaberin den Praxispartner aussuchen kann. Bei der Praxisübergabe entscheidet der Zulassungsausschuss über den „geeigneten Bewerber“ nach festgelegten Kriterien wie Approbationsalter, Dauer der beruflichen Tätigkeit, Position in der Warteliste usw.. Privilegiert werden Angehörige (Kinder, Ehepartner) und Jobsharingpartner, wenn sie mindestens fünf Jahre bereits im Jobsharing in der Praxis gearbeitet haben. So stellt das Jobsharing eine gute Möglichkeit dar, jungen Kollegen den Einstieg in die Praxis zu ermöglichen und sich selbst langsam aus der Praxis zurückzuziehen, ohne dass die Praxis zurückgefahren wird und möglicherweise den Status einer fortführungsfähigen und übergabefähigen Praxis verliert. Die Anstellung des späteren Käufers kann auch schon vor Ablauf von fünf Jahren vorteilhaft sein. Die Schwierigkeit beim Jobsharing und der Anstellung ist die Punktzahlobergrenze, d.h. die gemeinsam mit dem Jobsharingpartner geführte Praxis darf nicht mehr abrechnen als der Praxisinhaber alleine in den letzten vier abgerechneten Quartalen. Mengenausweitung soll verhindert werden. (In Report Psychotherapie wurden in drei Folgen die Möglichkeiten der Anstellung, des Jobsharing und der Abgabe eines halben Praxissitzes vorgestellt.)
Kolleginnen und Kollegen, die davon ausgehen, dass sie ihre Praxistätigkeit dauerhaft reduzieren werden, sollten die Abgabe eines halben Praxissitzes erwägen. Die Übernehmerin des halben Praxissitzes wird wie beim vollen Praxissitz vom Zulassungsausschuss (ZA) nach den gleichen Kriterien ausgewählt: Alter der Approbation, Dauer der psychotherapeutischen Tätigkeit, Warteliste, usw., mit dem Privileg für direkte Angehörige und Jobsharingpartner. Halbe Praxen verfügen nach der momentanen Honorarverteilung über das halbe Zeitkontingent. Für die Übergabe der halben Praxis verlangt der ZA Berlin einen zweiten Raum. Die Erwerberin der halben Praxis muss mindestens 1/2 Jahr noch in diesem Raum tätig sein. Vorteil bei der Abgabe der halben Praxis: Beide Hälften können jeweils bis zur Höhe des halben Zeitkontingents ausdehnen, die Punktzahlobergrenze wie beim Jobsharing gibt es hier nicht.
Es gab regen Informationsbedarf zu den rechtlichen und formalen Bedingungen, sodass die berufspolitischen Aspekte etwas kurz kamen: Der VPP setzt sich natürlich nach wie vor für eine morbiditätsorientierte Bedarfsplanung ein, die sich am tatsächlichen Versorgungsbedarf der Bevölkerung orientiert. Der VPP hatte sich bereits 2004 in einem Brief an das BMG gegen die Punktzahlobergrenze beim Jobsharing gewandt.

Und fügt - nur zur Vermeidung von Missverständnissen - an, dass die dadurch verbesserte Versorgung mit einer erhöhten Budgetzuweisung für die Psychotherapeutenschaft einhergehen müsste.
Die Vortragsfolien und weitere Informationsquellen zu den Themen sind auf der Website des VPP im Mitgliederbereich unter dem Punkt Praxisabgabe zu finden.

Eva Schweitzer-Köhn

26.3.2010

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