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LFV Nordrhein-Westfalen

Mengenbegrenzung der nicht antragspflichtigen Leistungen ab 1. April in der KV Nordrhein / VPP-Service-Telefon

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

Sie waren in der ersten Aprilwoche mit der Abrechnung des ersten Quartals 2006 beschäftigt und können deshalb die Auswirkungen der in "KV aktuell" mitgeteilten Änderungen im Honorarverteilungsmaßstab für Ihre persönliche Abrechnung überblicken:

Ab 01. April werden für jeden Behandlungsfall 1900 Punkte nicht genehmigungspflichtige Leistungen zum vollen Restpunktwert abgerechnet; darüber hinausgehende Leistungen, die Sie abrechnen, nur zu 10 %. Darunter fallen alle Leistungen, die nicht genehmigungspflichtig sind, das sind insbesondere probatorische Sitzungen, Berichte, Anamnesen, weitere diagnostische Leistungen, Ordinations- und Konsultationsgebühr, sowie die Gesprächsziffer 23220. Oder anders ausgedrückt, alle Abrechnungsziffern, die mit 23... oder 351...beginnen sowie die Leistungen nach den Ziffern 01100, 01101, 01430, 01600, 01620, 01621, 01622.

Sollten Sie als Kinder- und JungendlichenpsychotherapeutIn abrechnen, erhöht sich die oben genannte Fallpunktzahl auf 2700.

Beispiele:

Sie haben 60 Behandlungsfälle, nur Erwachsene, dann erhalten Sie bis zu 60 x 1900 Punkte = 114.000 Punkte mit dem derzeit gültigen Restpunktwert von 3,323 ct erstattet, alle darüber hinaus abgerechneten Restpunktwertleistungen nur noch mit 0,3323 ct pro Punkt.

oder

40 Behandlungsfälle mit Erwachsenen und 20 Behandlungsfälle mit Kindern und Jugendlichen:

40 x 1900 = 76.000, zusätzlich 20 x 2700 = 54.000, insgesamt 130.000 Punkte zum vollen Restpunktwert.

Die KV Nordrhein teilt Folgendes mit, und das unterscheidet sich von dem, was Sie von anderer Seite mitgeteilt bekommen haben:

Zu der Regelung des § 7b des HVV ist festzustellen, dass ein gesonderter Antrag für diejenigen Fallzahlen, die mit dem Fallpunktzahlwert für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (2700 Punkte) zu multiplizieren sind, nicht erforderlich ist, für Behandler die üblicherweise die Erwachsenenbehandlung durchführen. Die entsprechenden Angaben werden aus der Altersangabe im Rahmen der Honorarabrechnung abgegriffen und automatisch KV-seitig zutreffend berechnet.

Wenn Sie in Ihrer Abrechnung merken, dass Sie mit diesem Punktbudget nicht auskommen, können Sie beim Vorstand der KV Nordrhein eine Erhöhung beantragen. Diese muss mit Ihren Praxisbesonderheiten plausibel im Sinne der Versorgung begründet sein.

Die Festsetzung von 1900 und 2700 Punkten je Fall erfolgte nach den durchschnittlich abgerechneten Fallpunktzahlen im 2. Quartal 2005, dem ersten Quartal, in dem der neue EBM in Kraft getreten war. Dass die KollegInnen in diesem Quartal sicher nicht ausreichend den EBM, insbesondere das Kapitel 23 umgesetzt haben, ist anzunehmen.

Mit der Entscheidung für eine Budgetierung der Restpunktwertleistungen konnte - bislang - eine weitere Budgetierung der genehmigungspflichtigen Leistungen verhindert werden. In dieser Frage zeigte sich über alle Fraktionen und Berufsgruppen hinweg eine einheitliche Interessenvertretung aller PsychotherapeutInnen. Die genehmigungspflichtigen Leistungen - das sind alle Leistungen des Kapitels 35.2 (alle Abrechnungsziffern, die mit 352.. beginnen) - sind schon länger auf 561.000 Punkte pro Quartal limitiert. Alle darüber hinaus abgerechneten Leistungen des Kapitels 35.2 werden nur mit einem Zehntel des Mindestpunktwertes honoriert.

Der VPP in NRW hatte folgende Überlegungen für eine tiefenpsychologisch fundiert arbeitende Praxis in die Verhandlungen eingebracht:
36 Wochenstunden genehmigungspflichtige Leistungen, nicht budgetiert, bei einer durchschnittlichen Dauer der Therapien von 72 Stunden ergeben folgende nicht genehmigungspflichtige Leistungen pro Quartal:

12 x Berichte 17.040
5 x Anamnesen 6.550
30 x probatorische Sitzungen 44.700
5 x Diagnostik 10.000
60 x Ordinationsgebühr 7.200
430 x Konsultationsgebühr 21.500
20 x Krisenintervention (23220) 5.600
=
112.590 bei einer Fallzahl von 60 PatientInnen

Diese Punktzahl erhöht sich, wenn die Praxis einen anderen Schwerpunkt als den der LZT hat, und zwar bei einer durchschnittlichen Dauer der Therapien von 36 Stunden auf 173.840 bei einer Fallzahl von 65.

Im ersten Beispiel liegt – ohne übende Verfahren, die mit xxx eingestellt werden müssten - die durchschnittliche Fallpunktzahl bei 1.876,5 und im zweiten Beispiel bei 2.674,5. Damit ist deutlich, dass mit der durchschnittlichen Fallpunktzahl die individuelle Ausgestaltung einer Praxis extrem begrenzt ist, auch und v.a. was die mögliche niederfrequente Langzeitbetreuung nach 23220 oder eine Notfallsprechstunde mit Kriseninterventionsmöglichkeit nach 23220 angeht, aber auch eine Schwerpunktlegung auf KZT.

Wir halten die Möglichkeit, über einen Antrag an den Vorstand der KV mit Erklärung der Praxisbesonderheit eine Erhöhung der Fallpunktzahl zu beantragen, zwar für gangbar, aber da noch keine Entscheidungskriterien für die Bearbeitung/Bescheidung dieser Anträge vorliegen, für problematisch. Deutlich ist weiter auch, dass die begrenzte Fallpunktzahl für die nicht genehmigungspflichtigen Leistungen eine weitere, nicht hinzunehmende Begrenzung der psychotherapeutischen Tätigkeit im KV- Bereich unter die Vollauslastung nach BSG im Bereich der KV Nordrhein ist, denn: es können regelhaft weniger genehmigungspflichtige Leistungen als 36 Wochenstunden in 43 Wochen je Jahr bei 561.000 Punkten pro Quartal - eine gemäß BSG-Urteil voll ausgelastete Praxis - in der KV Nordrhein abgerechnet werden.

Eine Vollauslastung gemäß BSG-Urteil einer psychotherapeutischen Praxis ist nicht möglich, denn: 1. Das Herunterbrechen des BSG-Urteils, das sich auf eine Jahresberechnung bezieht, gleichmäßig auf vier Quartale verteilt, ist unrealisitsch: niemand wird neun Wochen Ferien gleichmäßig auf vier Quartale verteilen (können), so dass damit sicher ist, dass niemand über ein Jahr verteilt eine vollausgelastete Praxis "fahren" kann, 2. die Festsetzung der 561.000 Punkte beruht auf einer EBM-Bewertung von 1450 Punkten je genehmigungspflichtiger Sitzung und nicht auf der seit dem 1.4.2005 gültigen Bewertung von 1495 Punkten.

Voll ausgelastete Praxis in Nordrhein heißt demnach 1501 (und nicht 1548) Jahresstunden, das sind 375,25 Quartalsstunden, verteilt auf 10,75 Wochen pro Quartal: 34,9 Stunden genehmigungspflichtiger Leistungen pro Woche, und nicht 36 Stunden gemäß BSG bezogen auf die Umrechnung nach der neuen EBM - Bepunktung = eine erste Kürzung der Vollauslastung um 3 %.

Sofern man in einem Quartal aber mehr als 2,25 Wochen Urlaub macht oder krank ist, reduziert sich die durchschnittliche "Vollauslastung" um 34,9 Stunden im Quartal, die Sie ausfallen lassen (müssen) und die jährliche "Vollauslastung" ist dann gesunken auf durchschnittlich 34,09 Stunden wöchentlich. = zweite Kürzung um 2,29 %.

Durch die quartalsmäßige Umsetzung des BSG-Urteils und die Nichtberücksichtigung des neuen EBM und eine Woche in einem Quartal mehr Ausfall als 2,25 Wochen ergibt sich bereits eine Insgesamt-Kürzung einer voll ausgelasteten Praxis um 5,29 %!

Dass dieser Mehrausfall von mindestens einer Woche in den Quartalen 2 und 3 eines jeden Jahres beinahe regelhaft der Fall ist (Osterferien, Feiertage und Sommerferien), versteht sich von selbst. Ausgleich ist nicht möglich, denn mehr Stunden in der Woche vorzuhalten und darauf zu hoffen, dass die PatientInnen ausreichend häufig absagen, verlangt tägliches Nach-, Be-, Neurechnen - und das ist der Therapeuten-Patientenbeziehung kaum zuträglich; für uns ist es unerträglich. Diese Überlegungen und daraus resultierende Forderungen wird der VPP in NRW in seine Arbeit in den Gremien der KV und in Gesprächen mit den Entscheidungsträgern einbringen.

Service-Telefon:

Wenn Sie Fragen zu den neuen Mengenbegrenzungsregelungen haben, steht Ihnen das VPP-Service-Telefon zur Verfügung: 0221 94 33 94 85. Nennen Sie dort bitte Ihren Namen, Ihre Telefonnummer und Termine, bevorzugt zwischen 14 und 15 Uhr, sowie freitags zwischen 10 und 17 Uhr, an denen Sie zurückgerufen werden können.

Wegen der gesundheitsberufspolitisch wichtigen Zeiten ist die aktive, begleitende Teilnahme an allen Entscheidungen im Gesundheitswesen, die die Psychologie und die Psychotherapie betreffen, dringend notwendig!

Gerhild von Müller
BDP Landesgruppe NRW und für den Landesfachverband NRW des VPP im BDP

12.4.2006

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