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Übersicht: Was können Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen tun?

Was können Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen tun?

Vermeidung von Infektionen

Die Tageschau berichtet: „Wie heftig die Corona-Welle in Deutschland ausfallen wird, kann aber niemand vorhersehen. Umso wichtiger ist in diesen Zeiten, dass das medizinische Personal fit bleibt und seine Patienten nicht ansteckt.“ Oberste Priorität hat demnach, dass Sie sich als Behandelnde nicht selbst anstecken. Nach den Empfehlungen der KBV ist somit zum Beispiel zu überlegen, welche Situationen und Veranstaltungen Sie selbst aufsuchen/besuchen sollten. Ist die Veranstaltung wichtig? Ist das Infektionsrisiko des Settings eher hoch oder niedrig? Dr. Andreas Gassen verweist dabei auf die eigenverantwortliche Selbsteinschätzung statt Vorgaben von oben herab.

Die BPtK empfiehlt: Halten Sie sich an die allgemeingültige Husten- und Nies-Etikette, eine gute Händehygiene sowie den Mindestabstand von ca. 1 bis 2 Metern zu Erkrankten. Der Leitfaden „Hygiene in der psychotherapeutischen Praxis“ des Kompetenzzentrums (CoC) Hygiene und Medizinprodukte der KVen und der KBV gibt weiterführende Informationen. Zusätzliche Informationsmaterialien zum Corona-Virus und Printmaterialien zu allgemeiner Hygiene, die auch als Patientinnen- und Patientenmaterial ausgegeben werden können, finden Sie auf der Seite infektionsschutz.de des BZgA.

Schutzausrüstung

Auch für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gilt grundsätzlich die neue Vereinbarung über die Ausstattung der Vertragsärzte mit zentral beschaffter Schutzausrüstung. Allerdings setzt die Beschaffung eine Erforderlichkeit voraus (für FFP3-Masken sogar eine zwingende Benötigung). Soweit kurzfristig ersichtlich, müssen aber nicht die Behandelnden die Erforderlichkeit begründen und vortragen, sondern die jeweilige KV ermittelt für alle den Bedarf. Einstweilen ist nicht bekannt, in welchem Maß Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen in die Bedarfsermittlung einbezogen sind, grundsätzlich ist aber davon auszugehen, wenn auch körperlich behandelnde Arztinnen und Ärzte im Vordergrund stehen dürfen. Hier kann aktuell nur die jeweilige KV Auskunft geben.

Die Vereinbarung regelt aber keine Pflicht, ob und wie Schutzausrüstungen beschafft werden müssen. Eine solche Pflicht ist – soweit ersichtlich – nicht festgeschrieben, es bleibt bei der allgemeinen Sorgfaltspflicht. Hier lässt sich vorsichtig verallgemeinern, dass Schutzausrüstungen nicht generell zur Bedingung psychotherapeutischer Behandlung geworden sind. Nach hier vertretener Auffassung müsste es gesetzliche Regelungen bzw. behördliche Anordnungen von Schutzausrüstungen geben. Bis dahin bleiben es Entscheidungen im Einzelfall, so dass Psychotherapien bzw. Psychologische Dienstleistungen auch ohne Schutzausrüstungen grundsätzlich erlaubt bleiben.

Vermeidung von Verdachtsfällen in der Praxis

Bitten Sie Patienten und Patientinnen im begründeten Verdachtsfall die Praxis nicht zu betreten, sich nur telefonisch zu melden und 116117 zu kontaktieren, um weiteres Vorgehen zu erfragen. Die Information kann als Aushang an der Praxistür oder telefonisch gegeben werden.

Die Orientierungshilfe des Robert-Koch-Instituts für Ärztinnen und Ärzte zur Verdachtsabklärung und Maßnahmen zu COVID-19 ist schon für diese und mithin erst recht nicht für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verbindlich, für letztere schon deswegen nicht, weil sie zu somatischen Fragen keine Diagnosen treffen dürfen. Gleichwohl ist – unter dem Ausschluss von Diagnostik – diese Orientierungshilfe auch für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten wissenswert.

Informiert bleiben

Täglich gibt es neue Informationen zu dem Thema. Bleiben Sie daher informiert.

Zum Beispiel über folgende Internetseiten:

BMG: Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus

RKI: Covis-19

BZgA: Informationen zum neuartigen Coronavirus SARS CoV 2

KBV: Coronavirus

Informations-Podcast des NDR Info: Corona Virus Update

Ängste der Menschen kennen und berücksichtigen

Jürgen Margraf äußert in einem Interview, dass sich die Alarmbereitschaft oder Angst im Umfeld auf das Individuum überträgt. Als Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sollten wir dieses Wissen nutzen und gegensteuern.

Nutzung der Videosprechstunde

Die KBV hat keine Bedenken die Videosprechstunde mit zertifizierten Videodienstanbietern als präventive Maßnahme einzusetzen, z.B. bei Patienten oder Patientinnen mit Erkältungssymptomen. Für Kassenpraxen wurde zudem von der KBV und dem GKV-Spitzenverband vorübergehend die 20%-Begrenzungsregelung aufgehoben, sodass Fallzahl und Leistungsmenge derzeit nicht limitiert sind. Die Regelung gelte vorerst für das zweite Quartal (für das erste Quartal werde keine Überschreitung der 20% erwartet) und werde dann gegebenenfalls noch einmal überprüft. Eine Liste der zertifizierte Anbieter für Telemedizin finden Sie auf der Homepage der KBV.

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