Die Herbst-VertreterInnenversammlung des VPP im BDP verabschiedete eine Resolution für Honorargerechtigkeit in der Psychotherapie.
Die seit langem fällige Anpassung der Vergütung für die Psychotherapie wurde zuletzt vom Bewertungsausschuss erneut verschoben. Der VPP im BDP fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Krankenkassen auf, endlich einen entscheidenden Schritt zur Honorarverteilungsgerechtigkeit zu gehen. Das Honorar ist so anzuheben, dass auch Psychotherapeuten den kalkulatorischen Arztlohn erreichen können.
Weiterhin wird nur ein Bruchteil (sieben Prozent) der Ausgaben im ambulanten vertragsärztlichen Bereich für die Behandlung psychisch Kranker aufgewendet. Zwar beklagen Politik und Krankenkassen die Zunahme psychischer Störungen, entscheidende Schritte zur Verbesserung der ambulanten Behandlungsmöglichkeiten unterbleiben aber, ebenso wie die Herstellung der seit langem geforderten Honorarverteilungsgerechtigkeit. Stattdessen fordern die Krankenkassen, dass die psychotherapeutische Versorgung nicht mehr Geld kosten darf und mit den bisher zur Verfügung stehenden Ressourcen sichergestellt werden muss. Die VertreterInnenversammlung des VPP fordert hier ein Umdenken bei Krankenkassen und Politik und unterstützt insbesondere die Forderungen des Aktionstages am 25. September 2014.
Der VPP im BDP begrüßt es, dass bei den Honorarverhandlungen 2014 eine Steigerung des Orientierungspunktwerts für 2015 um 1,4 Prozent erreicht wurde. Auch die Stärkung der grundversorgenden Praxen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Beides hat aber leider für die Psychotherapeuten eher geringe Effekte. Eine prozentuale Steigerung begünstigt immer die umsatzstärksten Praxen. Das sind meist große Arztpraxen mit vorwiegend technischen Leistungen. Die Psychotherapeuten, die ohnehin zu den Schlusslichtern in der Einkommensverteilung innerhalb der Vertragsärzte und -psychotherapeuten gehören, profitieren von den Steigerungen unterdurchschnittlich. Eine Psychotherapiepraxis erzielt weiterhin nur lediglich etwa 60 Prozent des Praxisüberschusses einer durchschnittlichen Arztpraxis.